ELEKTROMOBILITÄTFisker will mit dem EMotion 700 Kilometer Reichweite schaffen

Mit einer völlig neuen Batterietechnik glänzt der Fisker EMotion auf der CES 2018. Damit sollen 700 Kilometer Reichweite möglich sein – was nichts weniger als die gesamte versammelte Industrie in den Schatten stellen würde.

Der Fisker EMotion © FISKER
 

Zur Erinnerung: Vor rund zehn Jahren zog sich der Designer Henrik Fisker von Aston Martin zurück und begann, seine eigene Autofirma auf die Räder zu stellen. Der Karma war vom Design natürlich ein großer Wurf, konnte technisch aber nicht wirklich überzeugen. Schließlich sorgte vor allem ein Zweiliter-Opelmotor als großzügig dimensionierter Range Extender für die nötige Fortbewegung. Außerdem war der Wagen zu groß, zu schwer und alles in allem der Zeit ein wenig hinterher, da alle Formen der alternativen Antriebe immer beliebter wurden. Egal ob Hybrid, Plug-in-Hybrid oder reiner E-Antrieb – nur eben nicht die Variante mit dem Benziner als Onboard-Ladeeinrichtung.

Jetzt ist aber alles anders. Fisker läuft nach der Pleite nun unter chinesischer Führung und die zweite Eigenentwicklung namens EMotion zeigt schon an seinem Namen, mit welcher Energie er angetrieben wird. Rein auf Ampere zu setzen, ist in einer Zeit, wo internationale Großkonzerne auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas ihre neuesten Modelle zeigen, natürlich viel zu wenig, um noch aufzufallen. Daher setzt man bei Fisker auf eine völlig neue Batterietechnik mit atemberaubenden Eckdaten. Bis zu 700 Kilometer Reichweite sollen möglich sein. Und als Krönung sollen allein die Solarzellen auf dem Autodach die Stromaufnahme derart beschleunigen, dass nach nur neun Minuten bereits ausreichend Saft in den Batterien wartet, um 160 Kilometer weit zu kommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, gründete Herr Fisker sogar extra eine eigene Firma namens Nanotech, die diese revolutionäre Zusammensetzung entwickelte. Wie diese aber genau aussieht, bleibt natürlich ein Geheimnis. Klarer als eine Glasfaserleitung hingegen ist der Preis, denn den EMotion gibt es bereits seit Mitte 2017 zu bestellen. Für rund 116.000 Euro ist der elegante Viertürer zu haben, der dank großzügigen Einsatzes von Aluminium und Kohlefaser-Verbundwerkstoffen auch leicht genug ist, um eine Höchstgeschwindigkeit von 259 km/h zu erreichen.

Foto © FISKER

Fisker wäre aber nicht Fisker, wäre der Wagen rein optisch einfach nur ein weiteres E-Mobil. Neben der grundsätzlich spannenden Form gesellt sich ein besonders knackig gezeichneter Hintern und Flügeltüren, die gegenläufig öffnen. Das heißt: Die Fondtüren sind hinten angeschlagen, was das Entern der Rücksitzbank deutlich erleichtern soll. Und die Seitenfenster lassen sich auf Knopfdruck abdunkeln.

Natürlich ist der EMotion erst der Anfang. Bereits jetzt wird eifrig getwittert über den großflächigeren Einsatz der neuen Nanotech-Akkus. Zum Beispiel im beliebten Massenmarkt, sprich in Autos, die nicht mehr als 40.000 Euro kosten sollen. Richtig, genau in dem Segment also, in dem Tesla mit dem Model 3 so gerne punkten möchte, seinen „Rettungswagen“, an dem alle Hoffnungen und Investitionen der Anleger hängen, aber einfach nicht auf die Reihe kriegt. Nähere Details über den Massen-Fisker sind derzeit aber noch nicht bekannt.

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Danke für Ihr Verständnis.

scionescio
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Wenn jemand behauptet, dass Solarzellen auf einem Autodach in 9min ca. 30kW erzeugen können, lese ich gar nicht mehr weiter und wundere mich nur, warum Journalisten so einen Schwachsinn verbreiten ...

... man kann an schönen Tagen von ca. 1000W pro m² Sonneneinstrahlung ausgehen -der Wirkungsgrad von Solarzellen, egal welcher Technologie, ist rein technologisch durch die Bandlücke der Halbleitermaterialien auf 32 bis 33 % begrenzt.
Man kann jetzt verschiedene Werkstoffe nach dem Prinzip der Tandemzelle kombinieren und damit den Wirkungsgrad deutlich erhöhen. Es gibt Berechnungen, wonach mit den sogenannten Multibandzellen ein theoretischer Wirkungsgrad von ca. 70 % erreicht werden kann dh mehr als 700W pro m² kann man nicht erreichen.
Das Autodach hat ca. 2m² allerdings ist der Einstrahlwinkel nicht optimal dh. auch da ist man weit weg vom theoretisch Möglichen ... wie man jetzt in 9min 30kWh gewinnen kann wird jemand mit physikalischem Basiswissen ein Rätsel bleiben;-)
Bin schon gespannt, wie viele Vorbestellungen es geben wird ...

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sewizzard
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Ich verstehe die 2 negativen Daumen auch nicht!

Das ist absolutes Basiswissen in Physik.

Manche E-Fanboys sind derart borniert, das fehlt logisches Denken und das techn. Verständnis einfachster Zusammenhänge.

Das sind wahrscheinlich genau die Personen, welche bei Musk´schen Präsentationen nach jedem Satz frenetisch jubeln.

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scionescio
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Da scheint zumindest ein Anhänger der Elektromobilität die Physik nicht zu akzeptieren ...

... mich würde da interessieren, was an meiner Darstellung fachlich falsch ist - oder hat da jemand schon seine Model 3 Vorbestellung in eine Fisker Vorbestellung umgewandelt?

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