IM TESTWie alltagstauglich der VW e-Golf ist

Zwischen Hoffnung und Skepsis: Der E-Golf lässt erahnen, warum E-Mobilität nicht aufzuhalten sein wird - auch wenn es noch Hürden in der Zukunft gibt.

Der VW e-Golf im Test © OLIVER WOLF
 

Der Elektro-Golf ist, wenn man so will, ein Konzept, das auf die unmittelbare Zukunft des Volkswagen-Konzerns anspielt. Die Idee zu diesem Auto stammt aus einer Ära, in der Hersteller noch diskutierten, ob die E-Mobilität auf einer eigenen Plattform überhaupt ein Thema sei. Heute ist der Zug in diese Richtung abgefahren - die E-Mobilität wird ab dem Jahr 2020, wenn die großen Hersteller auch auf Masse setzen, mit neuen Konzepten ins Straßenbild finden. Auch wenn heute niemand genau weiß, wie man verschiedenste Hürden - von den Ladestationen bis zur Ressourcenfrage und der Gesamtenergiebilanz - bis 2020 schlüssig überwinden kann.

Modellpflege: VW e-Golf

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Wie schwierig dieses Vorhaben ist, zeigt sich im E-Mobilitäts-Vorzeigeland Norwegen. Das Land hat aufgrund seiner Erdölvorkommen genügend finanzielle Reserven und fördert die E-Mobilität auch finanziell. Bloß haben die Kommunen mit dem Boom nicht gerechnet und den Ausbau der Ladestationen verschlafen. Der Weckruf folgte jetzt von der norwegischen Elektro-Auto-Vereinigung, die die Interessen der Konsumenten vertritt. Sie rät Autofahrern in Oslo davon ab, ein E-Auto zu kaufen, wenn sie nicht über eine eigene Ladestation verfügen - weil es zu wenige in der Stadt gibt.

VW e-Golf

Preis: ab 38.690 Euro.
Motor:
E-Antrieb; 100 kW Maximalleistung;
Drehmoment 290 Nm; 0 auf 100 km/h 9,6 Sek., Spitze 150 km/h. Von 0 auf 60 km/h 4,2 Sek.
300 Kilometer Reichweite
werden für den E-Golf angegeben: realistische durchschnittliche Reichweite 220 bis 240 km. Je nach Fahrstil/Fahrmodi auch mehr.
45 Minuten Ladezeit an Ladestationen mit Gleichstrom - dann hat man 80 Prozent Batteriekapazität wieder; Haushaltssteckdose: ca. 17 Stunden für 100 Prozent; Wallbox/Wechselstrom-Ladestationen etwa 6 Stunden.

Man kann sich vorstellen, was ein E-Auto-Boom für heimische Kommunen - traditionell nicht so finanzstark - bedeuten würde. In Österreich wächst die E-Mobilität für Autos nur langsam. Der E-Golf dient als einer der Vorboten der Zukunft - und steht noch auf einer klassischen Basis. Die neue VW-Fahrzeug-Architektur kommt mit der neuen Generation an E-Autos (ID-Serie, VW plant 30 Modelle) ab 2020 ins Spiel.

Im E-Golf hat man in der neuen Spezifikation bereits die Batteriekapazität gesteigert - auf 35,8 Kilowattstunden. Damit erreicht man eine höhere Reichweite, von rund 300 Kilometern ist die Rede. In unserem Testbetrieb waren es dann knapp über 200 Kilometer, der Bereich 220 bis 240 Kilometer Reichweite ist realistisch. Wenn man beim Fahren achtgibt, geht's sogar Richtung 270 Kilometer.

Showcar: VW I.D. Crozz

Volkswagen ist spät dran – aber dafür geben die Wolfsburger jetzt umso mehr Gas. Oder in diesem Fall wohl eher: Strom. Nach den Premieren der Studie eines kompakten Stadtflitzers auf dem Pariser Autosalon im vergangenen Herbst und dem elektrischen Bulli namens Buzz Anfang 2017 auf der Messe in Detroit hat jetzt das dritte Modell der I.D.-Familie in Schanghai seinen Einstand gegeben: der Crozz.

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Wie der Name schon sagt, ist er ein Crossover, eine Mischung aus SUV und Coupé. Und wie seine Brüder steht er auf dem modularen Elektrifizierungsbaukasten. Das bedeutet: Der I.D. Crozz ist 4625 mm lang. Für die Breite ergeben sich 1891 mm, hoch ist die Studie 1609 mm. Die Achs- und Antriebsmodule rücken weit nach außen, dazwischen spannt sich ein Radstand von knapp 2,8 Metern.

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Die Lithium-Ionen-Batterie mit einem Energiegehalt von 83 kWh taucht vollständig in den Fahrzeugboden ab und treibt die beiden Elektromotoren mit einer maximalen Systemleistung von 225 kW (306 PS) an.

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Der E-Motor an der Hinterachse treibt standardmäßig an, der vordere wird bei Bedarf zugeschalten. Bis zu 500 Kilometer (nach dem NEFZ) soll der 180 km/h schnelle Crossover mit einer Batterieladung zurücklegen können.

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In 30 Minuten nimmt der Akku per Schnellladesystem an Ladeschnittpunkten mit einer Leistung von 150 kW (DC) wieder 80 Prozent seiner Energiekapazität auf.

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Die Elektroautoarchitektur sorgt für völlig neue Raumverhältnisse: Die Passagiere nehmen auf vier Integralsitzen Platz, im Fond erreicht die Beinfreiheit Oberklasse-Niveau. Große Schwenk-/Schiebetüren und die fehlende B-Säule machen das Beladen einfach, die hinteren Sitzflächen können wie im Kino hochgeklappt werden. Der Kofferraum fasst 515 Liter.

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Bedient wird der Stromer über Touchdisplays, kapazitive Tastenfelder sowie Sprach- und Gestensteuerung. Informationen und Bedienmöglichkeiten, die bislang allein dem Fahrer und Beifahrer vorbehalten waren, können nun auch von den Gästen im Fond genutzt werden. Deren Bedieninseln befinden sich in den vier Türverkleidungen.

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Per Gestensteuerung wird auch die Lichtjalousie geöffnet oder geschlossen. Dabei gleitet ein mit LED-Streifen erzeugter Lichtteppich über den Dachhimmel und erhellt so den Innenraum.

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Ab 2025, so ist Volkswagen überzeugt, wird das vollautomatisierte Fahren den nächsten revolutionären Schub auslösen. Im autonomen Modus „I.D. Pilot“ zieht sich das Lenkrad in die Armaturen zurück.

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Nach außen wird im Robotermodus das Licht des I. D. Crozz zum interaktiven Kommunikationsmittel. Die Leuchtelemente verschmelzen zu einer Frontpartie mit elektronischen, beweglichen „Augen“. Damit kommuniziert er mit anderen Verkehrsteilnehmern oder begrüßt seinen Fahrer, wenn der sich dem Wagen nähert.

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Im urbanen Bereich und dort, wo es Ladestationen gibt: kein Problem, das Auto kann immer geladen werden, man macht sich fast keine Gedanken zur Reichweite. Was das Fahrerlebnis dann doch prickelnd macht, sind die Reichweitendifferenzen je nach Fahrstil/Fahrmodus auf längeren Strecken. Da steht der E-Golf nicht alleine da: Jedes E-Auto kämpft mit Passagiergewicht, Klimaanlage etc. - allesamt Stromfresser, die auf die Reichweite durchschlagen. Wie im Überlandtest: Drei Personen, Klimaanlage und ein längeres Autobahnstück - da schmilzt die Reichweite in der Bordanzeige wie ein Gletscher unter der Augustsonne.

Detroit Motor Show: VW I.D. Buzz

Der I.D. Buzz orientiert sich optisch am Kult-Bus der 1950er-Jahre, ist aber ein reiner Stromer.

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Mit seinen 3,3 Metern Radstand bietet er im Inneren jede Menge Platz: 660 bis 4600 Liter Laderaum stehen auf dem Programm.

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Für einen brauchbaren Wendekreis soll eine  Hinterachslenkung des Allradlers sorgen.

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Der Buzz ist 4,94 Meter lang, misst in der Breite 1,98 und in der Höhe 1,96 Meter.

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Die Elektromotoren – einer an der Vorder-, einer an der Hinterachse – sollen gemeinsam maximal 374 PS leisten, bei der Reichweite sprechen die Wolfsburger von 600 Kilometern nach dem NEFZ.

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Die 111-kWh-Lithium-Ionen-Akkus benötigen angeblich keine 30 Minuten, um bei einer Ladeleistung von 150 kW einen Ladestand von 80 Prozent zu erreichen.

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Die Höchstgeschwindigkeit des Buzz ist auf 160 km/h limitiert.

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Ab 2025 hält es Volkswagen für realistisch, dass der Bus der Zukunft vollautomatisch fahren kann: Ein leichter Druck auf das VW-Logo und das elektrisch versenkbare Lenkrad verschwindet im Cockpit.

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Während der Fahrer entspannt, erkennen Laserscanner, Ultraschall- und Radarsensoren sowie Kameras andere Verkehrsteilnehmer und das Umfeld.

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Von einem Marktstart ab 2022 ist beim Buzz die Rede.

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Natürlich begegnet der E-Golf diesen Problemzonen mit schlauen Lösungen. Geht man in der Ebene vom Gas, kann man „segeln“ (entkoppelt rollt es sich besser), geht's bergab, sollte man die Automatik auf B schalten und so Energie zurückgewinnen. Das Navisystem könnte anhand der Streckendaten dem Fahrer sogar mitteilen, wann er g'scheiter vom Gas gehen soll.

Autosalon Paris: VW I.D.

Volkswagen hat am Vorabend des Pariser Autosalons das Tuch vom Elektroauto I.D. gezogen, der 2020 parallel zum Golf in Serie gehen soll.

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Der I.D. soll der erste Volkswagen einer neuen Elektroauto-Flotte auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) sein und im Jahr 2020 parallel zum Golf durchstarten.

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Der kompakte Stromer für die Massen wird von einem E-Motor mit 125 kW angetrieben und soll mit einer Batterieladung zwischen 400 und 600 Kilometer zurücklegen können.

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Sein Interieur folgt einem Konzept namens „Open Space“ und soll ein völlig neues Raumerlebnis bieten.

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Etwas kürzer als ein Golf bietet der I.D. im Innenraum die Großzügigkeit eines Passat. Möglich wurde dies durch die neue Architektur des Antriebskonzepts mit einem Elektromotor an der Hinterachse und einer Hochvoltbatterie im Fahrzeugboden, die mehr Raum und Flexibilität zulässt.

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Einen konkreten Ausblick auf das vollautomatisierte Fahren bietet die Studie auch gleich: Aktiviert wird „I.D. Pilot“ durch das Berühren des VW-Zeichens im Lenkrad, das daraufhin in die Instrumententafel eintaucht und dem Fahrer ein völlig neues Raumgefühl vermittelt.

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VW rechnet damit, dass der vollautonome Modus ab 2015 zum Einsatz kommt. Außerdem haben sich die Wolfsburger zum Ziel gesetzt, ab 2025 eine Million Elektroautos pro Jahr zu verkaufen.

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Ausgedient hat an Bord des I.D. der konventionelle Autoschlüssel. Vielmehr wird das Smartphone als „Digital Key“ den Wagen öffnen und das Fahrzeug startbereit schalten.

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Die Idee dahinter: Wer in naher Zukunft einen Volkswa-gen fährt, erhält seine eigene „Volkswagen ID“. Diese ID ist ein individuelles Profil, in dem zum Beispiel persönliche Sitz- und Klimaeinstellungen, favorisierte Radiosender und Media-Playlists, Einstellungen des Soundsystems, Kontaktdaten von Freunden und Geschäftspartnern und die Konfiguration des Navigationssystems gespeichert sind. Abgerufen wird dieses Profil von der Volkswagen Automotive Cloud.

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Und ein Postkasten ist der Stromer nebenbei auch noch: Der I.D. kann über einen neuen Delivery Service Pakete in Empfang nehmen, wenn seine Besitzer nicht zuhause sind.

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Und alle, die noch ein bissl mehr sparen wollen, können sich eine aufpreispflichtige Wärmepumpe leisten, die die Reichweite verlängert. Das alles funktioniert und ist Volkswagen-typisch von hoher Präzision und Benutzerfreundlichkeit begleitet. Das spürt man auch beim Fahren: Wie der Golf abrollt und wie er liegt, das ist große Klasse für ein E-Auto. Klar, werden jetzt einige einwenden, mit der 350-kg-Batterie im Fahrzeugboden kein Wunder. Aber: Hier pumpert auch nichts aufgrund des Gewichts, man lauscht nur dem Surren der E-Mobilität.

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