Abenteuer von Nikolaus und Christkind
Paradoxe Weihnachten! Europas katholischer Süden liebt Martin Luthers Christkind, der evangelische Norden den katholischen Weihnachtsmann.
Der katholische Süden Europas liebt das von Martin Luther "erfundene" Christkind. Und der protestantische Norden liebt den Weihnachtsmann, der auf den katholischen Hl. Nikolaus zurückgeht, und im 20 Jahrhundert aus den USA re-importiert wurde.
Engelhaftes Wesen.
Das behauptet nach umfangreichen Recherchen kein Geringerer als Heimo Schinnerl, Volkskundler und Direktor des Landwirtschaftsmuseums. "Luther hat den Gaben-bringenden Nikolaus abgewertet und das Beschenken vom 5. und 6. Dezember auf Weihnachten verlegt. Also brauchte er eine neue Figur, die Geschenke bringt - das Christkind, ein engelhaftes Wesen, von dem man nur eines weiß: dass es nicht das Kind in der Krippe ist."
Stadtpatron von New York.
Im frühen Mittelalter hatte die westliche Christenwelt nicht mehr viel im Sinn mit Nikolaus, in dem ein Bischof und ein Abt gleichen Namens zusammenfließen. Die Holländer standen zu ihrem "Sinte Claas" und nahmen ihn mit, als sie nach Amerika auswanderten und Neu Amsterdam gründeten. Das heißt heute New York und sein Stadtpatron ist immer noch - der Hl. Nikolaus.
Mischwesen.
Als der Grafiker Thomas Nast für "Harper's Bazaar" im 19. Jahrhundert einen Weihnachtsmann zeichnen sollte, schuf er ein Mischwesen aus Opa und Nikolaus - Zipfelmütze statt Mitra, Pausbacken, weißer Bart, Bauch. Seither ist dieser sympathische Herr die ideale Figur für Geschenkwerbung. Das fand auch Coca Cola und machte ihn zur weihnachtlichen Galionsfigur des Konzerns. Als solche kehrte er gegen 1930 heim nach Europa.
Mysterium.
Schinnerl: "So können Figuren verändert werden, weil Brauchhandlungen nicht starr, sondern dynamisch sind. Das Mysterium der Heiligen Nacht aber wird nach wie vor von der Heiligen Familie verkörpert."











