Schleunigst zur Entschleunigung
Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) der Universität Klagenfurt will raus aus ihrem Provisorium, um endlich eine stärkere Rolle spielen zu können.

Foto © APARebekka Bakken kommt wieder
Die räumliche Fastenzeit der Klagenfurter KHG dauert schon lange: Mit Gründung der Uni am Wörthersee Anfang der 1970er-Jahre hat sich die Kirche zwar ein kleines Refugium im Neptunweg besorgt. Allerdings ist daraus bis heute nie mehr geworden.
Uni-Leben.
Uni-Pfarrer Hans-Peter Premur (45) hat seine Leidensgrenze erreicht. Er will raus aus der Mietwohnung, damit die Katholische Hochschulgemeinde im Uni-Leben endlich präsenter sein kann. Premur ist klar: Eine so tragende Rolle wie in Graz oder Salzburg wird die Klagenfurter KHG aus historischen Gründen nie spielen können. Doch er weiß: "Die Kirche will jetzt Energie und Geld in das Campusleben investieren."
Zukunft.
Premur setzt auf zwei Projekte, die für die nähere Zukunft geplant sind: In einem neuen Gebäude auf dem Campus, in dem auch das Unikum und die Hochschülerschaft (ÖH) ein neues Zuhause finden sollen, will auch die KHG mehr und vor allem einen zentraleren Platz einnehmen. Das zweite Projekt ist der mit Rektor Heinrich C. Mayr geplante "Raum der Entschleunigung". Premur zur Kleinen Zeitung-Campus: "Quasi ein Andachtsraum für verschiedene Religionen, wo jeder in den mystischen Bereich eindringen kann."
Faires Mittagscafé.
Derweil versucht Premur mit seinem kleinen Team den Neptunweg 12 als interessanten Treffpunkt zu gestalten, wo Themen wie Spiritualität, Globalisierungskritik und Gesundheit diskutiert werden - unter anderem möglich beim "fairen" Mittagscafé jeden Dienstag und Donnerstag. Die KHG hilft aber auch bei der Vermittlung von Wohnungen, bei Förderprogrammen für Studierende, organisiert Veranstaltungen und Konzerte (siehe Info).
Kirchenglocken.
Weil die Klagenfurter Hochschulgemeinde kein so zentraler Ort ist wie zum Beispiel jene in Graz in der Leechgasse, geht Premur auf die Studenten zu. Dann trifft man ihn manchmal vor der Uni, wo er aus der Lautsprecherbox Kirchenglocken schallen lässt. "Ich gehe eben auf die Straße wie Paulus in Athen, um mit den Leuten herumzuphilosophieren."
Features
Kirche trifft Kunst
Das kleine Team der Katholischen Hochschul-
gemeinde der Uni Klagenfurt schafft mitunter Großes - zum Beispiel mit Konzerten.
Am 22. Juli etwa bringen Premur und seine Mitarbeiter die norwegische Jazzerin Rebekka Bakken für eine Live-Performance auf die Burg- arena Finkenstein.
Der Dialog mit Künstlern ist in der KHG überhaupt wichtig. ". . . und - ach- alle lieben" heißt zum Beispiel eine Diskussionsreihe.
Interesse
Wer Interesse hat: Bella Ban und Anna Nöst trifft man am 21. März im Haus der Be-
gegnung in Maria Saal.
Weitere Termine und Infos: http://khg.uni-klu.ac.at.








