Aufstand gegen Kärntner ÖH-Chefin
Der Abwahlantrag gegen ÖH-Bundesvorsitzende Janine Wulz (GRAS) wurde abgelehnt.

Foto © APAJanine Wulz bleibt Bundesvorsitzende der ÖH
"Traurig und wütend", so fühlt sich Janine Wulz von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) nach ihrem ersten Vorgeschmack auf die harte Gangart der Realpolitik: Die Bundesvorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) überstand am Dienstag einen Abwahlantrag, den die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft in einer Sondersitzung gestellt hat.
Grund für das Misstrauen in der Studentenvertretung war das "Cafe Rosa", das Wulz als ÖH-Funktionärin der Uni Wien forciert hat. In das Lokal, das "Freiraum für Studenten" herstellen sollte, investierte die ÖH 450.000 Euro - großteils für den barrierefreien Ausbau.
Das war aus Sicht der AG eine "gesetzeswidrige Vernichtung fast einer halben Million im ideologischen Rauschzustand", Wulz wäre deshalb als ÖH-Vorsitzende nicht mehr tragbar. Diese Argumentation überzeugte aber nur 32 der ÖH-Mandatare, 46 stimmten gegen die Abwahl von Wulz. Die Kärntnerin und Tochter der Klagenfurter Grünen-Stadträtin Andrea Wulz macht hinter der Sondersitzung einen politischen Untergriff aus. "Ich bin ein Fan von Kritik und diskutiere gerne über meine Arbeit. Das war aber ein Versuch, eine Schlammschlacht anzuzetteln." Auch den Vorwurf, sich selbst bereichert zu haben, weist Wulz zurück: "Wir arbeiten alle ehrenamtlich."
Wulz wird nach überstandener Sondersitzung noch bis Ende Juni der Bundesvertretung der ÖH vorstehen. Dann gibt die 26-jährige Studentin der Politikwissenschaften planmäßig den Vorsitz an Martin Schott von den Fachschaftslisten (FLÖ) ab. Bis dahin will sie noch weiter gegen neue Studiengebühren ankämpfen.








