Konfliktjahr um den Rektor
In seiner Kolumne "Chefetage" schreibt Adolf Winkler über die Konfrontation um die drohende Absetzung des Rektors der Universität Klagenfurt, die das Uni-Jahr 2012 überschattet. Alle betonen sachliche Arbeit.

Foto © WeichselbraunDer Konflikt zwischen Rektor und Uni-Rat soll keine Schatten über Wissenschaft und Forschung an der Uni werfen, wird beteuert
Mit zwei Gesellschaftsereignissen - dem Neujahrsempfang am kommenden Freitag und dem Uni-Ball am 21. Jänner - startet die Universität Klagenfurt ins neue Jahr. Feierlaune gibt es nicht. Vielmehr geht die Befürchtung um, dass der seit November schwelende Konflikt um die beabsichtigte Abberufung von Rektor Heinrich C. Mayr durch den Universitätsrat das Jahr 2012 überschattet.
Rektor Mayr und die Vorsitzende des Uni-Rates, Herta Stockbauer, wollen sich aktuell zur Konfrontation nicht äußern. Beide Seiten bekräftigen aber, trotz des unkittbaren Konfliktes die sachliche Arbeit für die Uni in den Vordergrund zu stellen.
Industriellenpräsident Otmar Petschnig plädierte für rasche Konfliktlösung, doch das liegt nun am Wissenschaftsministerium. Wie berichtet, entflammte die Auseinandersetzung an, vom Rektor gegen den Willen des Uni-Rates, vollzogenen Investitionen für ein Freizeitzentrum nördlich der Uni. Konkretere Vorhalte unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.
Was bisher geschah: Im November leiten die anwesenden Uni-Rat-Mitglieder einstimmig ein Abberufungsverfahren gegen Mayr ein (Dem Uni-Rat gehören neben Stockbauer die auswärtigen Uni-Professoren Arndt Bode, Irene Etzersdorfer, Duan Neak und Friedrich Zimmermann sowie FH-Geschäftsführer Siegfried Spanz und die Bank-Chefökonomin Marianne Kager an). Zum formalen Ablauf gehören die Anhörung der Beteiligten sowie des Universitäts-Senates (der sich in einer eigenen Sitzung mit 20 von 24 Stimmen gegen eine Abberufung Mayrs aussprach). Dem finalen Schritt - der Abberufung des Rektors durch den Uni-Rat per Abstimmung mit Zwei-DrittelMehrheit - kam Mayr mit einem Antrag an das Ministerium auf Einleitung eines aufsichtsbehördlichen Verfahrens zuvor. Das Ministerium prüft, ob der Antrag auf das Abberufungsverfahren korrekt war oder nicht.
Es ist zu hoffen, dass Minister Karlheinz Töchterle - früher Rektor der Uni Innsbruck - für eine rasche Entscheidung sorgt.








