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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2009 um 05:03 UhrKommentare

Paukerkurse für Med-Uni-Prüfung: Abzocke oder Erfolgsweg?

Grazer Lerninstitut weist heftig studentische Vorwürfe zurück, die Vorbereitung auf den Mediziner-Test sei zwar teuer, aber schlecht.

Bei der Aufnahmeprüfung traten insgesamt fast 1000 Teilnehmer an

Foto © KLZ DIGITAL/Scheriau/SujetBei der Aufnahmeprüfung traten insgesamt fast 1000 Teilnehmer an

Die Mediziner-Aufnahmeprüfung in der Schwarzl-Halle sind kaum vorbei, da hagelt es schon Vorwürfe. Teure Vorbereitungskurse des Grazer Lerninstitutes IFS wären in Wahrheit für die Katz', es würde der falsche Stoff schlecht vermittelt und die Lehrer würden ihr Handwerk gar nicht recht verstehen. "Die Kursleiter wussten die Themen nicht, konnten Fragen kaum beantworten und haben Stoff unterrichtet, der gar nicht gefragt war", klagt eine Studentin. Sie wolle jetzt zumindest einen Teil des Geldes zurück.

Vorwürfe. "Alles völlig falsch, kein einziger dieser Vorwürfe stimmt", kontert IFS-Leiterin Irmela Kühnelt. Die Rückmeldungen der insgesamt etwa 240 Kursteilnehmer (insgesamt traten bei der Aufnahmeprüfung rund 1000 Teilnehmer an) seien durchwegs positiv, nur "zwei Beschwerde-Mails gab es." Und das würde Kühnelt keineswegs verwundern, denn die beiden Damen hätten schon während der Kurse für Probleme gesorgt und durch Abwesenheit geglänzt.

Lerninstitut. Tatsache ist, dass die Mediziner-Aufnahmeprüfung ein solides Standbein des Lerninstitutes ist: "Medizin-Aufnahmevorbereitung steigert Eure Erfolgschancen um mehr als das Dreifache", verspricht die Homepage. "Von unseren Kursteilnehmern erhalten 75 Prozent einen Studienplatz, im Schnitt sind es nur 25 Prozent", behauptet Kühnelt. Billig ist die Vorbereitung nicht: Die Kurse kosten je nach Umfang bis zu 195 Euro, wer ganz sichergehen will, muss vier Kurse (Bio, Chemie, Physik und Mathematik) belegen. Die Meinungen unter Mediziner-Studenten sind geteilt: Einige sind von den Kursen enttäuscht, andere finden sie durchaus sinnvoll und nützlich.

Studium. Medizin-Vizerektor Gilbert Reibnegger sieht die Kurse im günstigsten Fall als unnotwendig, persönlich halte er das "für einen Skandal". Ihn ärgert, dass das ganze Medizin-Studium zu einer Spielwiese für Lerninstitute geworden sei: "Kaum stellen wir im Studium ein Lern-Modul um, gibt es schon einen Paukerkurs dazu."

NORBERT SWOBODA

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Vize-Rektor MedUni Gilbert Reibnegger

1. Was halten Sie von diesen Pauker-Kursen für die Medizin-Aufnahmeprüfung?
GILBERT REIBNEGGER: Sie sind unnotwendig, weil auf unseren Informationsseiten alle relevanten Informationen veröffentlicht sind. Der Aufnahmetest beinhaltet ja keinen Geheimstoff.

2. Rund 250 Teilnehmer gibt das Lerninstitut IFS an, das ist ein Viertel aller Prüfungsteilnehmer. Wie sehen Sie das?
REIBNEGGER: Ja, das ist offenbar weit verbreitet, auch bei den Tests für Innsbruck und Wien. Eine Menge Geld wird da kassiert und ich persönlich finde es eine Frechheit. Denn das geht ja weiter: Auch zu unseren Modulen im Studium werden gleich eigene Kurse angeboten.

3. Fördert nicht der Multiple-Choice-Test nicht in erster Linie die Streber?
REIBNEGGER: Das wird uns oft vorgeworfen. Aber in Wahrheit fördert der Test die Beschäftigung mit dem Fach, und fragt so die Motivation der Bewerber ab.

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