Der Spaßvogel wird politisch
Stefan Raab (46) startet am Sonntag seine erste Diskussionssendung.
Dass dieses unermüdliche und höchst kreative TV-Genie schon seit Jahren "keine Angst vor dem Scheitern" hat, beweist Stefan Raab am morgigen Sonntagabend auf Pro Sieben. Denn während etwa in der ARD den Diskussionssendungen mit Jauch, Maischberger, Plasberg, Will und Beckmann das Publikum davonläuft, startet der unterhaltungsbesessene Kölner völlig gegen den Trend einen Polittalk auf dem Privatsender. Natürlich nicht irgendeine dröge Streit- und Plaudernummer: In "Absolute Mehrheit" erhält jener Gast 100.000 Euro, der beim Zusehervoting mehr als 50 Prozent Zustimmung erhält.
Raabs Ausflug in die Innenpolitik ist zwar neu, läutet aber keinen Genrewechsel ein. Nächste Woche gibt er wieder den König unter Deutschlands Clowns: Von Montag bis Donnerstag moderiert er sein Stammformat "TV total", am Samstag, dem 17. November, steigt er in der Spaß- und Schabernackschlacht "Schlag den Raab" in den Ring. Putzt ihn sein Gegner, erhält dieser drei Millionen Euro.
Peanuts, im Gegensatz zu Raabs Wert für Pro Sieben: 185 Millionen Euro soll laut dem "manager magazin" Pro-SiebenSat.1 im Jahr 2011 an die Produktionsfirma Raab TV überwiesen haben, um den zweifachen Vater für weitere fünf Jahre an den Sender zu binden. Und dabei wollte der gelernte Fleischer und Jus-Abbrecher 1993 dem Musikkanal Viva nur Werbejingles verkaufen. Bekommen hat er eine eigene Sendung und das Publikum etwas später schräge Formate wie die "Wok-WM", "Autoball" oder das "TV total Turmspringen". Als Glanzstück seiner Song-Contest-Teilnahmen gilt die "Erfindung" von Lena Meyer-Landrut, die 2011 Deutschland den ersten Sieg seit 1982 bescherte und Raab 1,5 Millionen Euro einbrachte.
Eifer durchzieht sein Leben. Den "Stern" ließ Raab wissen: "Selbst beim Grillen bin ich ehrgeizig." Zudem kam mit den Jahren die Gelassenheit: "Keiner braucht eine neue Talkshow, aber ich mache sie trotzdem." Und sollte sie floppen? "Eine Niederlage ist nur dann von Relevanz, wenn sie nicht durch einen weiteren Sieg eliminiert wird." Und der käme bei Raab eher früher als später. CHRISTOPH STEINER



















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