Alberto Barbera, Direktor der Filmfestspiele Venedig, im Porträt
Alberto Barbera (62) ist der neue Direktor der Filmfestspiele in Venedig.

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Die Aussicht, elf Tage ohne Pause auf den Beinen zu sein, bringen auch einen durchtrainierten Kulturmanager ins Schwitzen. "Meine Hauptsorge wird sein, diese Art von Marathon mit wenig Schlafenszeit zu überleben, ich kann das Ende gar nicht erwarten", sagte Alberto Barbera im Interview mit der Deutschen Presse Agentur.
Das ist natürlich eine nonchalante Übertreibung, und der morgige Beginn der "69. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica" schürt nicht nur bei dem Piemontesen selbst wohl noch weit mehr Erwartungen. Auch, weil Barbera von 1998 bis 2001 zwar schon einmal die Filmfestspiele von Venedig geleitet hat, nun allerdings beim renommierten, jedoch etwas patinierten Festival etliche Großbaustellen sieht - abgesehen von jener riesigen Baugrube, die neben dem Veranstaltungsgelände klafft.
An den Gebäuden auf dem Lido nagt die Zeit und die Kinos ächzen unter der Anforderung. Neben infrastrukturellen und finanziellen Verbesserungen soll es für den 62-Jährigen aber auch um grundsätzliche inhaltliche Neuerungen gehen. "Wir wollen wieder Venedigs ursprüngliches Ziel ansteuern, nämlich nicht bloß große Namen einladen, sondern Entdeckerfreude haben, sowohl was junge Talente als auch aufstrebende Filmländer betrifft." Der Nachfolger von Marco Müller, der ja zu den Filmfestspielen in Rom gewechselt ist, will zudem einen Branchenmarkt etablieren und die Zahl der gezeigten Arbeiten reduzieren.
Um den Goldenen Löwen rittern heuer 18 Filme, neben Thrillern von Robert Redford oder Brian De Palma auch "Paradies: Glaube", Teil 2 der Trilogie des Wieners Ulrich Seidl (59). Bleibt abzuwarten, ob die Jury unter dem Präsidenten Michael Mann die Qualitätskriterien des neuen Direktors teilt: "Ein guter Film ist für mich einer, der persönlich und originell ist, der mich überrascht und berührt."
Barbera, früher auch Publizist und TV-Moderator und heute Leiter des Kinomuseums in Turin, hatte schon als Student "zwei, drei Filme am Tag" gesehen. Bis 8. September werden es für ihn wohl insgesamt so ungefähr 42,195 Filme werden. Marathon eben. MICHAEL TSCHIDA
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