Gerhard Köfer, Spittaler Bürgermeister, im Porträt
Der Kärntner SPÖ-Politiker Gerhard Köfer lief zu Frank Stronachs neuer Partei über.

Foto © KLZ/WEICHSELBRAUN Abgeordneter und Bürgermeister Gerhard Köfer
Die Tränen standen Gerhard Köfer in den Augen, als ihm im März 2010 die Delegierten zum Kärntner SPÖ-Parteitag eine Abfuhr verpassten. Er hatte sich im Vorfeld geziert. Als er am Parteitag dann doch antreten wollte, ließen die Funktionäre seine Kandidatur gar nicht zu und wählten Peter Kaiser zum SPÖ-Chef. Dieser weinte keine Träne, als Köfer jetzt zu Frank Stronach wechselte und das SPÖ-Nationalratsmandat mitnahm. Das Mandat will die SPÖ zurück. Das Bürgermeister-Amt in Spittal, Kärntens viertgrößter Stadt, kann die Partei Köfer nicht streitig machen: Er ist direkt gewählt und feierte heuer das 15-Jahr-Jubiläum. Aufgrund seines "Überläufertums" soll sich aber seit Mittwoch ein Bürgerkomitee formieren, dass seinen Abgang als Stadtchef erzwingen will.
Die dreimalige Bürgermeister-Wahl und viele Vorzugsstimmen, die er bei Landtags- und Nationalratswahlen erhielt, legt Köfer stets in die Waagschale. Als Stadtchef hat er Ex-FPÖ-Vizekanzler Herbert Haupt als Vizebürgermeister fest im Griff, fast 99 Prozent einstimmige Beschlüsse und einige Investitionen mithilfe der Bau-Löwen Haselsteiner (am Hausberg Goldeck) und Soravia (am Millstätter See) vorzuweisen.
Im Landtag und im Nationalrat ist er aus dem Schattendasein aber nie herausgetreten. Überregionales Aufsehen erregte er mit der Idee, Kopfgeld für Drogendealer auszusetzen und in der SPÖ das Wort Genosse abzuschaffen. Mit beidem erntete er nur negative Reaktionen. In Kärnten verbindet man mit Köfer vorrangig seine Rolle als einer der "drei G", G wie Gerhard - die roten Bezirkskaiser Köfer, Mock und Seifried mit gleichem Vornamen, die den jeweiligen SPÖ-Chefs das Leben schwer gemacht haben. Seifried ist als Wolfsberger Stadtchef im Vorjahr zurückgetreten und wird jetzt auch als Stronach-Kandidat gehandelt. Köfer hat Stronach über seine im Jahr 2010 entdeckte Fähigkeit als Energetiker kennengelernt: Er hat die Pferde des Milliardärs behandelt. In der neuen Partei will Köfer, der im persönlichen Umgang Mimose ist, "die sozialdemokratische Komponente" sein. Da ist Übersinnlichkeit wohl vonnöten!
Features
Zur Person
Gerhard Köfer, am 11. Februar 1961 in Spittal an der Drau geboren, Bankkaufmann, Gendarm, Politiker, Energetiker.
Karriere: seit 1997 direkt gewählter Bürgermeister von Spittal/Drau, 2004 bis 2006 Landtagsabgeordneter, seit 2008 Nationalratsabgeordneter.
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