Jan-Gregor Kremp, Schauspieler, im Porträt
Jan-Gregor Kremp übernimmt die Hauptrolle im TV-Krimiklassiker.

Foto © APA | ORF
Es ist ein Generationenwechsel Marke ZDF, jenem Kanal für Zuseher in der zweiten Lebenshälfte: Jan-Gregor Kremp wird mit verhältnismäßig unverbrauchten 49 Jahren "Der Alte" und sorgt bei einem der langlebigsten Krimis (365 Folgen seit 1977) für eine noch nie da gewesene Verjüngung. Alle seine Vorgänger hatten bereits ein pensionsfähiges Alter erreicht, als sie ihren Dienst in der Münchener Mordkommission aufnahmen: Siegfried Lowitz war 63, Rolf Schimpf 62 und Walter Kreye 65 Jahre.
Dass Kremp für die Rolle des Kommissars nicht reif genug sei, kam dem Monheimer (Nordrhein-Westfalen) nicht in den Sinn: "In so einer erfolgreichen Reihe die Hauptrolle spielen zu dürfen, so ein Angebot hat man nicht alle Tage. Da heißt es zuschlagen", sagt er. Die Zahlen geben ihm recht: "Der Alte", eine Ko-Produktion von ZDF und ORF, die bislang in 36 Länder verkauft wurde, sehen regelmäßig 5,3 Millionen Deutsche und rund 500.000 Österreicher.
Größere Bekanntheit erlangte Kremp als Hauptkommissar Thomas Keller im Reihenkrimi "Polizeiruf 110" (2004 - 2008) und an der Seite von Catherine Deneuve "The Musketeer" (2001). In früheren Jahren lieh das Charaktergesicht vor allem Schurken sein Gesicht: "So hat man mich allein am Hamburger Hafen an die zwanzigmal bei Wind und Wetter über den Kai gejagt und fachgerecht erlegt." Eine feinere Klinge führte er während des Klavier- und Trompetenstudiums in Köln, der Schauspielausbildung am Salzburger Mozarteum sowie u. a. am Residenztheater München oder dem Wiener Burgtheater.
Dass Kremp nun "Der Alte" ist, geht auf die Krebserkrankung von Walter Kreye zurück. Erst sollte er ihn nur vertreten, seit Dienstag ist die Ersetzung fix. Den kolportierten Rauswurf Kreyes per Telefon weist das ZDF zurück. Am 14. September nimmt er seinen Dienst als Kommissar Richard Voss, der von Essen nach München wechselt, erstmals auf und kehrt quasi an den "Tatort" zurück. Erst 2011 hatte er im "Alten" eine Gastrolle. Mit dem Krimidauerbrenner auch richtig alt zu werden, schließt Kremp nicht aus.



















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