Matthias Steiner, Gewichtheber, im Porträt
Als Gewichtheber und als gebürtiger Österreicher wurde Matthias Steiner zum deutschen "Sportler des Jahres 2008" gewählt. Doch es war nicht nur die Leistung von 461 Kilogramm, die die deutsche Öffentlichkeit so begeistert hat, es war die Geschichte dahinter.

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Steiners Ehefrau Susann war wenige Monate zuvor bei einem unverschuldeten Autounfall ums Leben gekommen. Bei der Siegerehrung weinte der 145 Kilogramm schwere Koloss und zeigte immer wieder das Bild von Susann.
Nach seinem Olympiasieg 2008 wurde der gelernte Gas- und Wasserinstallateur aus Obersulz in Niederösterreich herumgereicht und genoss die Auftritte in Talkshows, bei Gala-Abenden oder bei den großen Fernsehstars Thomas Gottschalk und Günther Jauch. "Das war für mich auch eine Art Therapie, indem ich mir den ganzen Ballast von der Seele geredet habe", erzählte Steiner. "Ich habe es aber auch toll gefunden, weil es eine Anerkennung war."
Noch 2008 lernte Steiner auch die Fernsehmoderatorin Inge Posmyk kennen. 2009 heirateten sie, im März 2010 kam Sohn Felix zur Welt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte Steiner genug davon, ein Boulevardstar geworden zu sein.
Steiner wollte wieder als Sportler wahrgenommen werden. Doch zahlreiche Verletzungen und Erkrankungen warfen ihn Jahr für Jahr zurück. Nach einer Knieoperation im Herbst des Vorjahres war alleine die Chance, sich für Olympia 2012 zu qualifizieren gleich null. Doch es sind diese Momente, die ein Matthias Steiner offensichtlich braucht. Er schaffte bei der EM in Antalya mit 424 Kilogramm im Zweikampf die Qualifikation für London. Die Vorbereitung absolvierte Steiner und der Rest des deutschen Teams im steirischen Schielleiten - in seiner alten Heimat fühlt er sich einfach wohl.
RAIMUND HEIGL
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