Gefäße
Im Physikunterricht haben wir vor langer Zeit von kommunizierenden Gefäßen gelernt. Der Herr Professor nahm einen durchsichtigen Schlauch zur Hand und füllte ihn mit Wasser. Auch der einfältigste Schüler verstand so: Sinkt der Wasserspiegel auf der einen Seite, steigt er auf der anderen.
Parteispenden und staatliche Parteienfinanzierung sind in Österreich kommunizierende Gefäße.
Da lässt sich auf der einen Seite die Regierung widerwillig von den Grünen strenge Regeln zur Offenlegung von Spenden abringen. Weil zu befürchten steht, dass ab sofort weniger milde Gaben eingehen, weil die Geber namentlich aufscheinen, hat man sich auf der anderen Seite abgesichert. 14 Millionen mehr für die Bundesparteien, da lässt sich die getrübte Aussicht auf private Zuwendungen leichter verkraften.
Ob das nicht ein Bumerang wird. ÖVP und SPÖ müssen mit dem Geld ihre aufgeblähten Parteiapparate finanzieren. Die Opposition ist schlanker gebaut und steckt das Geld in Kampagnen. Bald werden wir von neuer Knappheit hören: Es fehlt an Dreieckständern.
THOMAS GÖTZ



















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