Mundgeruch
Wo auch immer sich in diesem Land der Lurch lichtet, lugt bereits ein Mensdorff-Pouilly hervor oder irgend ein anderer Proponent der nehmenden Gesellschaft.
Bleiben wir beim Freund des gepflegten Halali. Da bezahlt ihm ein Konzern 275.000 Euro für "Markt-studien", während das von seiner Frau geleitete Ministerium zur gleichen Zeit an eben diesen Konzern einen Millionenauftrag vergibt - und die Welt soll an die Unschuld des Herzens glauben?
Es wird Sache der Justiz sein, diesen und die zahl-reichen übrigen anstehenden Fälle aufzuarbeiten. Am Ende mag strafrechtlich nicht viel hängen bleiben, die Herrschaften sind ja nicht blöd.
Aber ist das nicht längst egal? Es gibt Dinge, die tut man einfach nicht. Dafür braucht man kein Strafrecht, nur so etwas Altmodisches wie Anstand und Ehrbarkeit.
Das sind Begriffe, wie sie gerade im politischen Umfeld der Mensdorff-Pouillys und der Rauch-Kallats gerne im Mund geführt werden, und eine zeitlang mag man unangenehm berührt sein, aber aus Verlegenheit schweigen. Irgendwann ist es genug und man muss es sagen: Dieses Milieu hat Mundgeruch. OTHMAR WAGNER



















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