Wir müssen unser Bestes geben
Der Zeitpunkt, unseren Lebensraum zu retten, ist jetzt.
D ieser Kommentar ist der Zerstörung des Planeten und dem bevorstehenden Öko-Kollaps gewidmet. 90 Zeilen für den Untergang unseres Lebensraumes. Soll ich ehrlich sein? Ich will ihn nicht schreiben.
Denn was könnte ich Ihnen noch Neues erzählen? Die Ursachen des ganzen Dramas? Ich bin sicher, Sie können sie aus dem Stand aufzählen: Klimawandel, CO2-Ausstoß, Ausbeutung und Verschwendung der Rohstoffe, Verschmutzung und Leerfischung der Meere, die Bevölkerungsexplosion, Rodung der Tropenwälder. Sie, ich, wir haben es zigfach gehört - und trotzdem steuern wir weiter in die gleich Richtung.
Neu ist die konkrete Jahreszahl, mit der ein internationales Forscherteam nun an die Öffentlichkeit ging. 2025 könnte der Öko-Kollaps kommen. Das ist in 13 Jahren. Sind wir dann alle tot?
Da gehen bei mir, und bei Ihnen vielleicht auch, als Erstes gleich einmal die Abwehrmechanismen los. Na, was werden das für Wissenschaftler sein, die sich für so komplizierte Prozesse eine Jahreszahl entlocken lassen? Das mit dem Waldsterben hat ja auch nicht gestimmt. Und überhaupt: Bloß keine Panik-Mache. Jetzt retten wir zuerst den Euro, und dann kann man wegen des Klimas ja immer noch schauen.
Und wenn es doch stimmt? Nach dem Leugnen kommt die Depression, und die lässt sich ganz rational durchargumentieren. Wir Menschen werden immer den billigsten Treibstoff, den billigsten Strom haben wollen, am Auto hängen, in den Urlaub fliegen. Weniger Fleisch essen? Also bitte, nicht bei uns. Und selbst, wenn wir in Europa doch umdenken oder uns die Schuldenkrise zur Bescheidenheit zwingt, haben in Zukunft die Chinesen und Inder das Sagen. Die wollen jetzt erst einmal alle so leben wie wir. Langsam ist der Mensch, bequem und außerdem ein Streithansel: Wie soll man da global zu Beschlüssen kommen? Zu einer, wie die Wissenschaftler fordern, "dramatischen Umstellung unseres Lebens- und Wirtschaftssystems?"
Und trotzdem: Nur langsam, nur bequem und nur egoistisch ist der Mensch ja auch nicht. Die, die ich kenne, und das sind (danke, Facebook!) doch ständig mehr, sind zusätzlich sehr oft einfallsreich und empathisch, sie wünschen ihren Kindern und sich selbst eine lebenswerte Welt. Sie sind zielstrebig und oft sogar klug. Ich bin sicher, das ist bei Ihnen und Ihrer Umgebung nicht anders.
Und wenn es doch geht? Dem Kollaps ins Auge schauen. Nicht Schulter zucken, nicht in Panik verfallen - sondern nachdenken und unser Bestes geben?
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nina.koren@kleinezeitung.at



















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