Gipfelniederlage
Wenn die Regierungschefs der führenden Industriestaaten und Russlands zu ihren traditionellen G-8-Gipfeln zusammenkommen, steht das aufwendige Trara in keinem Verhältnis zur Bedeutung der Treffen - wie zuletzt am Wochenende in Barack Obamas Landsitz Camp David. Der Gastgeber (und Wahlkämpfer) und seine Gästen waren zwar völlig uneinig darüber, wie man die Weltwirtschaft retten soll, aber man beließ es bei einer dürftigen gemeinsamen Schlusserklärung.
Und doch gab es bei diesem Gipfel einen, der sich schließlich als Sieger fühlen konnte: David Cameron, der britische Premier. Denn gemeinsam hatte er mit Angela Merkel und Barack Obama vor einem großen TV-Bildschirm im Salon von Camp David die Liveübertragung des Champions League Finales mit verfolgt. Cameron hielt für Chelsea die Daumen, Merkel für Bayern - und Obama hielt den Mund, weil er sich bei "Soccer" nicht gut auskennt.
Das Ergebnis ist bekannt. Cameron strahlte, die deutsche Kanzlerin war geknickt - nicht wegen des dürftigen G-8-Resultats, sondern wegen der Bayern-Niederlage. ERNST HEINRICH



















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