Schmerzhaft
Freud und Leid in Sachen Arbeitslosigkeit liegen hierzulande nahe beieinander: Einerseits wächst die Zahl der Arbeitslosen nach dem guten Jahr 2011 wieder stark an. Andererseits ist Österreich nach wie vor das Land mit der geringsten Arbeitslosenquote in der EU.
Über diesen Erfolg darf sich aber niemand freuen. Denn es ist kein Trost, dass es den anderen Staaten noch schlechter geht als uns. Und außerdem hat gerade die Euro-Schuldenkrise besonders deutlich vorgeführt, dass die Probleme anderer EU-Staaten letztlich unsere Probleme sind. Die EU hat keine gemeinsame Wirtschaftspolitik, aber sie ist wirtschaftlich ein kommunizierendes Gefäß.
Die Kernfrage der nächsten Jahre lautet, ob es Europa schafft, trotz Spardruck und Überschuldung ausreichend Mittel für Bildung, Forschung und Industriepolitik bereitzustellen. Womöglich müssen wir uns darauf einstellen, dass uns dieser Kurs schmerzhafte Verzichte auf anderen Politikfeldern abverlangt. Jeder wird sein Maximum beisteuern müssen, um zu verhindern, dass ein deindustrialisiertes Europa dauerhaft ins globale Abseits rutscht. ERNST SITTINGER



















ZZ:



