Auf Keynes hören
In einer Art Selbstbindung haben fast alle Staaten Europas den "Fiskalpakt" unterzeichnet und sich damit zu strenger Budgetsanierung verpflichtet. Recht glücklich werden sie mit diesem Regelwerk aber nicht. Denn neben dem Abbau ihrer Schuldenberge würden die Staaten eine Belebung ihrer Wirtschaft brauchen.
Haushaltssanierung und Wachstumsimpulse gleichzeitig sind aber die Quadratur des Kreises. Denn wenn der Staat weniger ausgibt, spürt das die Wirtschaft sofort, während die positiven Effekte der Budgetsanierung (durch in der Folge sinkende Zinslasten) erst allmählich zum Tragen kommen. Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister hat sogar berechnet, dass Europas Wirtschaft durch die Sparpolitik bis 2016 kumuliert um 14 Prozentpunkte langsamer wächst.
Eine Lehre wäre gewesen: Man hätte in den guten Jahren rechtzeitig etwas auf die Seite legen müssen, um in den schlechten Jahren potent genug für aktive Konjunkturpolitik zu sein. Dazu hatte sogar der gute John Maynard Keynes weiland geraten. Nur hören wollte es halt keiner, solang der Hut noch nicht lichterloh brannte. ERNST SITTINGER




















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