Viel des Guten
Wenn es nach der Stimmung beim Parteitag der Jungen ÖVP gehe, "sind wir schon nahe an der absoluten Mehrheit", formulierte ein strahlender ÖVP-Chef Michael Spindelegger. Natürlich war das Parteitags-Rhetorik, also nichts Überraschendes.
Und dennoch war es eine Überraschung, denn es war nicht allzu weit hergeholt: Die Stimmung unter den rund 300 Teilnehmern am Parteitag der Jungschwarzen war echt. Und sie war gut, mehr als gut.
Spindelegger konnte da nur dankbar mitnaschen. Der wahre Star ist der junge Staatssekretär Sebastian Kurz. Dass er von 216 abgegebenen Stimmen bei einer geheimen Wahl keine einzige Streichung bekam, ist nicht selbstverständlich. Und in Zeiten wie diesen nur schwer erklärbar.
Vor einem Jahr von der ÖVP in das Amt des Staatssekretärs für Integrationsfragen gehoben, war er sofort mit viel Skepsis, teils auch mit Spott konfrontiert. Mit Mut, viel Ernsthaftigkeit und ohne Berührungsängste trat er seinen neuen Job an. Nun kann er erste Früchte ernten.
Jetzt muss er aber aufpassen, dass es einzelnen Regierungskollegen nicht langsam zu viel des Guten wird.
CLAUS ALBERTANI



















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