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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 08:25 UhrKommentare

Monisha Kaltenborn, Formel-1-Teamchefin, im Porträt

Monisha Kaltenborn (40) aus Wien wird erste Formel-1-Teamchefin.

Monisha Kaltenborn

Foto © APAMonisha Kaltenborn

Sitzt man Monisha Kaltenborn gegenüber, hat man nicht das Gefühl, es mit einem der selbstverliebten, aalglatten und stereotypen Machtmenschen der Formel 1 zu tun zu haben. Ihr Ton ist ruhig, angenehm. Sie wirkt auch nicht wie eine knallharte Managerin. Und auf die logische Frage, wie man als Frau in eine derartige Position käme, lacht sie herzhaft: "Ganz einfach. Durch Zufall."

Ende der 90er-Jahre hat es Monisha Kaltenborn zur Fritz-Kaiser-Gruppe, eine Investmentfirma und damals Anteilseigner von Sauber, verschlagen. Dort war die Formel 1 bereits Projekt von Kaltenborn. Als Kaiser später ausgestiegen ist, hat sie Teamgründer Peter Sauber gefragt, ob sie nicht bleiben wolle.

Kaltenborn wollte. Sie saß in der BMW-Ära bereits in der Geschäftsführung. Und als BMW Sauber mit Jahresende 2009 wieder abgestoßen hat, haben Rennstall, Fabrik und die Zentrale in Hinwil nur dank Monisha Kaltenborn und Peter Sauber überlebt. "Außer uns beiden war niemand mehr da", sagt Kaltenborn heute nicht ohne Stolz.

Monisha Kaltenborn ist in Indien auf die Welt gekommen, in Wien groß geworden und lebt heute in der Schweiz. Sie ist verheiratet, hat einen zehnjährigen Sohn und eine sechsjährige Tochter. Mit dem Grand-Prix-Zirkus 20 Wochen und mehr im Jahr durch die Welt zu tingeln, findet sie nicht sonderlich problematisch. "Es klappt gut. Alles eine Frage der Organisation", sagt Kaltenborn.

Die politischen Spielchen der Formel 1 bereiten Kaltenborn ebenso keine großen Probleme ("Man ist Teil des Ganzen, dessen muss man sich bewusst sein") wie Eitelkeiten und Macho-Gehabe. "Auch Bernie Ecclestone hatte immer Frauen in einflussreichen Positionen", sagt Kaltenborn schmunzelnd.

Selbst hat sie weder ein Rennfahrer-Gen ("Nur wenn ich auf meine Mutter böse war, habe ich gedroht, Rallye-Pilotin zu werden"), noch ist sie je in einem Formel-1-Auto gesessen ("Ich wüsste gar nicht, wie ich da wieder rauskäme"). Aber demnächst wird Monisha Kaltenborn bei Sauber erste Teamchefin der Formel-1-Geschichte sein.

GERALD POTOTSCHNIG

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