Endstation für den Händler des Todes
Viktor Bout (45), Waffenhändler vieler Diktatoren, bekam 25 Jahre Haft.
Alles sei erstunken und erlogen, das ist die Rechtfertigung des Russen Viktor Bout, nach der Verkündigung des Strafausmaßes an einem New Yorker Strafgericht: 25 Jahre Gefängnis dafür, dass er südamerikanischen Rebellen Raketen verkaufen wollte, um damit US-Helikopter abzuschießen. Bout gilt als der wahrscheinlich größte private Waffenhändler der letzten 20 Jahre. Er soll Kriegsgerät an Regierungen und Rebellen in Afrika, Afghanistan und Südamerika verkauft haben.
Selbst Filmgeschichte schrieb er mit seiner noch gar nicht so langen Vita. Der 2005 erschienene Hollywoodfilm "Lord of war - Händler des Todes" spielt im Milieu des internationalen Waffenhandels. Einer der Männer, die den Drehbuchautor Andrew Nicol inspiriert hatten, war Bout.
Nicht erst dadurch ist klar, dass an Bouts Händen das Blut unzähliger Opfer von Bürgerkriegen auf fast allen Kontinenten klebt, obwohl er diese nicht selber schmutzig gemacht hat.
Den Anfang nahm sein Werdegang wie so viel Übles in den Wirren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Andere Offiziere und Geheimdienstler stiegen zu Industriekapitänen, Oligarchen oder Politikern auf, Bout verlegte sich auf das Transportgeschäft. Stets betont er seither, nicht der Händler, sondern nur der Lieferant von Waffen zu sein. In der Branche war er stets im Visier der Geheimdienste vieler Staaten. Letztlich war er in eine Falle der CIA getappt. Instinktsicher bevorzugte Bout politisch instabile Bürgerkriegsregionen. Meist ließ er beiden Seiten Waffen zukommen und vergrößerte damit das Elend an der Zivilbevölkerung noch ins Unermessliche.
Das Urteil gegen Bout wurde schon im vorigen November gesprochen. Seither feilschen nicht nur die US-Justiz und die Verteidiger über die Dauer der Haftstrafe. Auch die russische Regierung setzte sich ungewöhnlich massiv für Bout ein und wirft den USA politische Motive vor.
Wie so oft bei Verbrechen im internationalen Milieu war die Beweislage auch bei Bout prekär. Mit 25 Jahren Haft bekam er die Mindeststrafe für eine Tat, die er nur geplant, aber nicht ausgeführt hatte. JOHANNES KÜBECK



















ZZ:



