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Zuletzt aktualisiert: 14.03.2012 um 20:30 UhrKommentare

Hinter den Kulissen blühte der Unverstand

Die Sanierung der Banken steht erst am Beginn.

Seit gestern haben wir Steuerzahler es schriftlich, dass man mit einer sanierungsbedürftigen Bank kein Geld machen kann. Denn die Kärntner Hypo Alpe Adria, der wir notgedrungen 1,55 Milliarden Euro öffentliches Kapital zugeführt haben, sieht sich leider außerstande, dem Staat für 2011 eine Dividende zu bezahlen. Ja, wir können sogar froh sein, wenn die darbende Bank in naher Zukunft nicht noch weitere Unterstützung aus dem Steuertopf benötigt.

Da hilft es wenig, dass die Hypo-Bilanz aufgrund außergewöhnlicher Effekte einen Gewinn von knapp 70 Millionen Euro ausweist. Dahinter stehen nämlich geringere Risikovorsorgen sowie der Umstand, dass die von der Bank begebenen Anleihen an Wert verloren haben (und daher nicht mehr so stark auf die Bilanzzahlen drücken).

Man kann den Hypo-Managern guten Willen bescheinigen und muss doch festhalten, dass die Bankensanierung insgesamt auf stark schwankendem Boden steht. Erst dieser Tage kam ans Licht, dass die notverstaatlichte Kommunalkredit wegen des Griechenland-Schuldenschnitts weitere drei- bis vierhundert Milliarden Euro benötigt. Auch in anderen Bereichen werden saftige Nachschläge nicht ausgeschlossen.

Die Ursache dahinter ist stets die gleiche: Die Banken haben sich an Zockerspielen beteiligt, hätten im Bedarfsfall den Gewinn selbst eingestreift und für die Verluste steht der Steuerzahler gerade. Das kann man sogar für gerecht halten, weil derselbe Steuerzahler eine Bankenaufsicht geduldet hat, an der die fröhlichen Ur- und Zuständ' im Bankwesen die längste Zeit vorbeigelaufen sind. Hinter der Verharmlosungskulisse blühte der Unverstand der Gierigen.

Die Versuchung wird künftig nicht geringer sein, denn irgendwie müssen die Banken Geld verdienen, und auf dem seriösen Weg ist es derzeit ziemlich mühsam. Die Zinsen liegen auf historischem Tief darnieder. Das hat zwei schlechte Wirkungen: Erstens können Banken an ihren Spar-Kunden nichts mehr verdienen, sofern sie ihnen keine Negativzinsen zahlen wollen. Zweitens sind Kredite so billig, dass auch jede Menge kreditunwürdige Projekte eingereicht werden. Als Bremse wirken einzig die härteren Eigenkapitalvorschriften der Banken.

Sollen sich die Fehler nicht wiederholen, dann muss die Bankenaufsicht mehr Schlagkraft bekommen. Es empfiehlt sich, Risiken selbst zu bewerten, anstatt auf jene Ratingagenturen zu vertrauen, die bis 2008 auch Schrottpapiere mit Triple A bewertet hatten.

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ernst.sittinger@kleinezeitung.at

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