Wahlkampf
In den Mühen des Präsidentenalltags war er grau und müde geworden, doch der Wahlkampf scheint ihn zu beleben: Mit der ihm eigenen rhetorischen Brillanz kämpfte Barack Obama in seiner Rede zur Lage an die Nation um die Wiederwahl. Eigentlich spricht vieles dagegen, dass ihm die gelingen sollte: die miserable Wirtschaftslage, die beträchtliche Enttäuschung seiner Wähler, dass Mr. Change nur wenig Wandel bewirken konnte.
Doch Obama scheint mit einer ordentlichen Portion Populismus erneut aufs richtige Pferd zu setzen: Er will die Millionäre zur Kasse bitten und kämpft, wie es die Occupy-Bewegung nennt, um die untersten 99 Prozent.
Seine Gegner machen es ihm dabei leicht: Mitt Romney gab zu, dass er in zwei Jahren 43 Millionen Dollar verdiente und dafür nur 14 Prozent Steuern zahlte. Während die Republikaner einander im Vorwahlkampf einen Wettlauf um den rechten Rand liefern, besetzt Obama das Zentrum.
Die Chancen, dass er wirklich höhere Steuern für Reiche durchbringt, tendieren angesichts des republikanischen Widerstands im Kongress gegen null. Doch im Wahlkampf scheint das keine Rolle zu spielen. NINA KOREN



















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