Müll aus dem All
Fassungslos blickten am vergangenen Heiligen Abend Tausende Menschen in Deutschland himmelwärts. Da fegte ein feuriger Ball mit langem Schweif über das nächtliche Firmament. Viele dachten in diesem Moment wohl an den Stern von Bethlehem, der den Weisen aus dem Morgenland den Weg zum Kind in der Krippe gewiesen hatte.
Doch mehr als 2000 Jahre danach sind wir Menschen mittlerweile im Zeitalter der Raumfahrt angekommen. Und daher ist alles, was vor unseren Augen am Firmament erstrahlt, ein Himmelskörper, der aus der Tiefe des Alls auftaucht. Denn der Feuerschweif am Heiligen Abend war irdischen Ursprungs. Dabei handelte sich nämlich um den verglühenden Teil einer russischen Sojus-Rakete. Er war also bloß eines jener schier zahllos gewordenen Trümmer terrestrischen Blechs, die das erdnahe All allmählich in eine Mülldeponie verwandeln und die zu einer zunehmenden Gefahr für die Raumfahrt werden.
Der Stern vor 2000 Jahren war ein wunderbares, ein mystisches Zeichen. Aber der Feuerschweif vom vergangenen Samstag war nicht mehr als ein Stück Abfall. ERNST HEINRICH




















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