Der Vollstrecker
Bemühen wir uns einmal, die "Verantwortung" des Zeugen Ernst Karl Plech in der Buwog-Provisions-Affäre ernst zu nehmen: Er wurde also von seinem Spezi Walter Meischberger zum Testamentsvollstrecker ernannt, hat mündlich (!) dessen Testament angehört und war deshalb auf zwei Meischberger-Konten zeichnungsberechtigt, auf denen er irrtümlich ("in der Hitze des Gefechts") als Berechtigter geführt wird. Dort lagen Gelder aus jener Provision, von der Plech gar nichts gewusst hat. Die Gelder investierte er in Meischbergers Namen, obwohl dieser noch gar nicht tot war (außer, er ist später wiederauferstanden). Gleichzeitig war Plech Buwog-Aufsichtsrat und selbstverständlich auch in dieser Funktion ahnungslos.
Wir faseln zusammen: Ein Testamentsvollstrecker gibt im Rahmen der vorauseilenden Vollstreckung des ungültigen Testaments eines noch Lebenden hohe Geldbeträge aus, von denen er gar nichts weiß, obwohl er gleichzeitig den Einzahler dieser Beträge beaufsichtigt.
In Hollywood würde dieses Drehbuch abgelehnt. In Österreich läuft der Münchhausen-Film bis zum bitteren Ende. ERNST SITTINGER



















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