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Zuletzt aktualisiert: 11.12.2011 um 22:03 UhrKommentare

Nicht zu scheitern, ist noch lange kein Erfolg

Die Ergebnisse von Durban bringen dem Klima wenig.

Jetzt wird sie wieder hartnäckig strapaziert, die Geschichte. Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich ortet im Ergebnis des Klimagipfels von Durban einen "historischen Durchbruch". Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane spricht von einem "historischen Meilenstein". Andere Verhandler sind stolz, "gemeinsam Geschichte geschrieben" zu haben. Bei so viel geballter Geschichtsträchtigkeit könnte man meinen, seit gestern sei das Klima gerettet.

So ist es leider nicht. Die Jubelrufe sind primär den von Beginn an niedrigen Erwartungen geschuldet. Tatsächlich besteht der größte Erfolg des Gipfels darin, nicht gescheitert zu sein. Gerettet wurde in Durban dementsprechend nicht das Weltklima, sondern der Verhandlungsprozess. Anders als befürchtet, ist der Gipfel nicht zum Friedhof des internationalen Klimaschutzes geworden. Die EU hat mit ihrer Drohung, die Verhandlungen platzen zu lassen, hoch gepokert und zumindest nicht verloren. Ein Klimavertrag mit allen Staaten an Bord ist ab 2020 möglich. Das - und nicht viel mehr - steht nach zwei Wochen zäher Debatten auf der Haben-Seite.

Vom raschen Handeln, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius einzubremsen, ist in der Durban-Übereinkunft nichts zu finden. Das Papier verdeutlicht eher, dass es in diesem Jahrzehnt keine großen Einsparungen bei den Emissionen geben wird. Das nun bejubelte "Verhandlungsmandat für einen neuen Klimavertrag" war schon im Schlussdokument der Klimakonferenz von Bali im Jahr 2007 festgehalten. Neu ist diesmal nur der Zeithorizont: Bis 2015 soll der Vertrag stehen, bis 2020 soll er in Kraft treten.

Für Optimisten ist damit zumindest ein Fundament gegossen. Wie aber das darauf zu errichtende Haus aussehen soll, ist genauso offen wie die Frage, wer es bezahlen wird. Damit droht wieder ein mühsamer Verhandlungsprozess, der erwarten lässt, dass Staaten wie China, die USA, Russland, Indien oder Kanada abermals versuchen werden, internationale Verpflichtungen zu umsegeln. Dass als Überbrückung einige Staaten den Kyoto-Vertrag fortschreiben wollen, ist löblich, aber im globalen Kontext nicht viel mehr als Kosmetik.

Unter diesen Vorzeichen wird das bislang sakrosankte Zwei-Grad-Ziel nicht zu erreichen sein. Die Konsequenzen treffen just jene Länder in Afrika, Südostasien und anderswo, die sich am Klimagipfel am wenigsten Gehör verschaffen konnten.

Ob der Gipfel von Durban angesichts dessen als historische Wegmarke in den weltweiten Klimaschutzprozess eingeht? Wir wollen es nicht hoffen.

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