Daumen runter
Augen zu - und durchgewurschtelt. Diese Vor-gehensweise hätten sich die meisten Euro-Länder in den vergangenen Monaten von Ratingagenturen gewünscht. Ein bisserl Wegschauen hier, ein bisserl Nachsicht dort. Und schon könnte man sich die Schuldenkrise weg- fantasieren. Völlig zu Recht wurden jedoch wiederholt die mangelnde Transparenz und die willkürlich erscheinenden Zeitpunkte von Herabstufungen kritisiert. Mitten in entscheidenden Verhandlungen über Rettungsschirme oder Sparpakete wurde über Euro-Schuldenländer der Daumen gesenkt. Und damit die Situation verschlimmert.
Andere haben's da besser - etwa das Heimatland der großen Ratingagenturen, die USA. Der Schuldenberg der größten Volkswirtschaft der Welt hat unlängst die Schwelle von 15.000 Milliarden Dollar durchbrochen. Trotzdem konnten sich die Parteien nicht auf einen Sparkurs einigen. Weil schon der Wahlkampf ausgebrochen ist.
Ein klarer Fall von Daumen runter? Nicht für die Agentur Fitch.
Sie gibt den USA wegen der Wahlen eine Schonfrist bis 2013. Der Europäer staunt ob dieser großzügigen Geste.
MANFRED NEUPER



















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