Gepfiffen
Die Ratingagentur Moody´s hat die Kreditwürdigkeit Ungarns auf Ramschniveau gesenkt. Regierungschef Victor Orban schäumt: Diese Abstufung sei "völlig unbegründet" und hinter der Schwäche der Landeswährung Forint stecke ein "spekulativer Angriff".
Mag sein, dass der zornige Premier nicht ganz unrecht hat. Die offenkundige Macht dieser privaten und gewinnorientierten Unternehmen, deren nach unten zeigende Daumen ganze Länder noch tiefer in den Abstiegsstrudel reißen, ist erschreckend. Aber im Kern ihrer Aussagen liegen die Ratingagenturen meist nicht falsch.
Ungarn ist wirtschaftlich heruntergekommen. Viktor Orban versprach die Generalsanierung. Aber die Staatsverschuldung ist seit seiner Machtübernahme auf ein Rekordniveau von 83 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gestiegen. Gelungen ist Orban bisher lediglich eine rechte Kultur- und Gesellschaftsrevolution, mit dem Ziel, die politische Macht langfristig zu erhalten.
Jetzt ruft er plötzlich nach jener europäischen Solidarität und Hilfe, auf die er in seiner nationalistischen Verblendung bisher gepfiffen hat. ERNST HEINRICH





















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