Demütigung
Im Vergleich zu den nötigen Strukturreformen und Einschnitten stellt das Ende der Ära Berlusconi nur den Beginn eines an Hindernissen nur so strotzenden Wegs dar. Wenn Ex-EU-Kommissar Monti sein neues Kabinett vorstellt, wird er noch eine lange Reihe schmerzhafter Sparmaßnahmen in Angriff nehmen müssen, um Italien aus der Schusslinie zu ziehen.
Aus eigener Kraft ist Italien wie Griechenland derzeit jedoch nicht zur nötigen Entschlussfähigkeit bereit. Aus Unmut über die politische Lähmung der vergangenen Jahre waren immer mehr Italiener den Urnen fern geblieben. Bei allem Respekt vor Angela Merkel und Nicolas Sarkozy wünschen sie sich dennoch nicht, indirekt von den beiden EU-Zugpferden regiert zu werden. Monti wird sich voraussichtlich mit der Einführung von Vermögens- und Immobiliensteuern sowie mit der Liberalisierung des Arbeitsmarkts durch die Auflösung starrer Berufsverbände viele Feinde machen. Ohne weitere schmerzhafte Einschnitte wird Italien jedoch nicht auf eine Rückkehr zur uneingeschränkten Autonomie innerhalb der EU hoffen können.
BETTINA GABBE, ROM




















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