Starke Ansage
Die Lohnrunden der Metaller, für viele Branchen, die im Herbst ihre Kollektivverträge aushandeln, eine Richtschnur, laufen heuer aggressiver ab als in den Vorjahren. Erstmals gingen die Verhandler mit ihren Forderungen schon vor den ersten Gesprächen in die Öffentlichkeit. Sich zu bewegen wird da schwierig. Der Chefverhandler der Arbeitgeber sprach von einem "Schuss ins Knie", ohne zu sagen, was er meint.
Die Gespräche sind gestern zum zweiten Mal gescheitert. Jetzt trumpft die Gewerkschaft - auch anders als früher - gleich mächtig auf, mit Warnstreiks soll der Verhandlungspartner in die Knie gezwungen werden. Eine gewagte Taktik. Vor allem, weil die Wirtschaft in Österreich nur noch schwach wachsen wird. Und schon steigt wieder die Arbeitslosigkeit, manche Unternehmer halten bereits Kurzarbeit für möglich.
Mit dem Messer an der Gurgel lässt sich nur schwer vernünftig reden. Aber: Es geht nicht um das Prestige der Metaller oder der Arbeitgeber, es geht um faire Lohnerhöhungen, die den Unternehmen Luft zum Atmen lassen. HELLFRIED SEMLER




















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