"So war es! So war ich!"
David Rott (34) spielt den jungen Udo. Singen durfte er aber nicht.
Große Österreicher sind offenbar sein Fall: Nach dem Kaiser Franz Joseph in der Neuverfilmung von "Sisi" ist David Rott heute und morgen in der Familiensaga "Der Mann mit dem Fagott" als junger Udo Jürgens zu sehen. Filme über berühmte Tote seien schon schwer genug, aber einen Lebenden zu verkörpern, davor hatte der 34-Jährige anfangs Angst. "Doch Udo machte es mir so einfach wie möglich. Er lud mich zu sich nach Zürich ein, wo wir viel Zeit miteinander verbracht haben und ich ihn auch bei den Vorbereitungen auf seine Tournee beobachten konnte. Bei langen Spaziergängen durfte ich ihn mit Fragen löchern", erzählt Rott.
Irgendwann musste er sogar "die Stopptaste drücken, denn schließlich geht es in meinem Part ja nicht um den Erfolgsmenschen Udo Jürgens, sondern um einen noch etwas schüchternen jungen Musiker, der erst auf dem Weg zu seiner eigenen musikalischen Identität ist". Wird doch in "Der Mann mit dem Fagott" nicht Udos lange Karriere erzählt, der Fokus liegt auf Großvater und Vater Bockelmann. Rotts Einsatz endet mit dem Sieg beim Song Contest 1966 und der ersten Tournee. "Ich musste also das Bild eines Mannes zeichnen, der er einmal gewesen sein mag", sagt Rott, "den Menschen, den ich spiele, gibt es ja so nicht mehr."
Singen musste er nicht, der Gesang kommt von Udo selbst. "Das war Udos Entscheidung, weil er der Meinung ist, dass niemand so singt wie er und seine Stimme in den Köpfen der Menschen zu präsent ist. Gereizt hätte mich der gesangliche Part aber schon", gesteht er. Um am Klavier überzeugend zu wirken, wurde ihm gleich nach der Rollenzusage ein Flügel nach Hause geliefert, "an dem ich Tag und Nacht geübt habe". Manche Lieder hat er sich "7000 Mal angehört", um sie für die Lippenbewegungen "wie im Schlaf zu können". Und gesteht, dass er bis zum Casting keine einzige Udo-Platte besessen hat.
Ausgebildet wurde Rott am Reinhardt-Seminar in Wien, wo er mit nur 21 Jahren ans Burgtheater geholt wurde. "Er lässt jetzt meine Jugend wiederauferstehen. So war es! So war ich!", schwärmt Jürgens. Also: Merci, David. CHRISTIAN UDE



















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