Vergreisung
Das hat in Österreich schon System: dass Experten in der einen oder anderen Causa Alarm schlagen, die liebe Politik aber den Kopf in den Sand steckt und so tut, als ob eh alles paletti ist.
So geschehen vor Kurzem, als der IWF Österreich in einer Länderstudie zu einem energischeren Schuldenabbau drängte, die Politik nach einem kurzem Aha wieder zur Tagesordnung überging.
Dass jetzt die Statistik Austria das Bild einer Vergreisung des Landes zeichnet, quittiert die Politik mit einem müden Lächeln. Das sind ja alles Apokalyptiker und Schwarzmaler, lautet so ungefähr der Tenor.
Dass wir länger leben, ist erfreulich. Mit dem Alter kommt die Weisheit, die das Ungestüme der jüngeren Tage etwas abschleift. Was früher der Opa war, ist heute der Ur-Opa. Und die Wirtschaft hat die rüstigen Pensionisten ohnehin schon längst als finanzstarke, kaufkräftige Konsumenten entdeckt.
Nur: Mit den jetzigen Systemen ist dieses so wünschenswerte Lebensmodell auf Dauer nicht finanzierbar. Höchste Zeit, dass die Politik endlich aus ihre Vergreisung aufwacht. MICHAEL JUNGWIRTH




















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