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Zuletzt aktualisiert: 12.09.2011 um 20:30 UhrKommentare

Uni-Milliarde: Noch ist Begeisterung verfrüht

Wissenschaftsminister setzt aber kräftiges Zeichen.

Es war ein kräftiges Zeichen, das Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle setzte: Er kündigte eine zusätzliche Uni-Milliarde für die nächste Budgetperiode an. Beifall gab es von den Unis und den politischen Gegnern.

Allerdings: Auf Budgetjahre bezogen, hat damit Töchterle bei Finanzministerin Maria Fekter gerade erreicht, dass die dringlichsten Nöte behoben werden. 300 Millionen Euro pro Jahr entsprechen der Inflationsabgeltung. Ohne diese Zusatzmittel müssten die Universitäten ihren Betrieb zurückfahren.

Aber immerhin - dem parteilosen Minister hatte man zwischenzeitlich nicht einmal einen solchen Ergänzungsbetrag zugetraut.

Die ÖVP konnte damit - ohne Berge zu versetzen - einen Minister stützen, der auf einem ÖVP-Ticket sitzt. Und zugleich - wenige Wochen vor dem Bildungsvolksbegehren - wenigstens in Uni-Fragen zeigen, dass man nicht nur blockiert, sondern gestalten will.

Freilich ist allen Beteiligten klar: Verbessern wird diese Uni-Milliarde die Situation nicht. Weiterhin werden Rankings die heimischen Hochschulen fernab von der Spitze sehen, weiterhin werden die Unis mit einem unkontrollierten Zustrom an Maturanten zu kämpfen haben.

Sowohl diesem als auch jenem Problem - Studienzugang und Finanzsorgen - will Töchterle mit Studiengebühren beikommen. Die einzelnen Unis sollen bis maximal 500 Euro pro Semester einheben können, so sein erneuter Vorstoß.

Inhaltlich hat der Minister zweifelsohne recht. Solche Zustände wie in Österreich gibt es nirgends, und diese Zustände haben uns auch nirgendwo hingebracht.

Aber was bedeutet das der österreichischen Landschaft schon? Die SPÖ wie die Grünen beharren weiter darauf, dass dem Generaldirektorskind das Studium ebenso bedingungslos geschenkt wird wie dem Kind eines Hilfsarbeiters. Sollen sich die Studenten halt durchs überfüllte Studium raufen. Verantwortlich gemacht wird dann eben der ÖVP-Minister.

Begeisterung ist also fehl am Platz. Nüchtern betrachtet führen diese Vorstöße und politischen Schlagabtausche nur zu einem Herumdoktern am System, das in teils überlastet und international wenig konkurrenzfähig ist. Zwar kann man da und dort noch eine Effizienzsteigerung erreichen.

Aber für die Zukunft eines hoch industrialisierten Landes, das auf helle Köpfe angewiesen ist, muss sich Österreich zu einem zusätzlichen Bauchaufschwung bereitfinden. Sowohl der Staat als auch jeder Einzelne.

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