Land der Sümpfe?
Das ist ein Vorgehen wie gegen einen Mafiaboss", wetterte Advokat Manfred Ainedter. Ihn empört, dass sein Klient Karl-Heinz Grasser, als Verdächtiger im Buwog-Skandal geführt, im Auftrag der Justiz abgehört und observiert worden war.
Uwe Scheuch war empört, als über ihn der Strafrichter in erster Instanz eine drastische Haftstrafe wegen verbotener Geschenkannahme verhängte. Ein Skandalurteil, wetterten Parteifreunde.
Bei aller gebotener Unschuldsvermutung - man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Österreich die sauren Wiesen und Sümpfe gedeihen wie nie zuvor. Die Affäre um die Telekom-Manager überrascht nicht mehr. Die Causa Eurofighter bleibt für viele unaufgeklärt.
Da können Anwälte und manche Politiker poltern, wie sie wollen. Die Zeit der Meisterabkassierer Meischberger, Hochegger und wie sie alle heißen sollte abgelaufen sein. Die Justiz muss bei Verdachtsfällen von Korruption die schärfsten Erhebungsmittel anwenden und die schärfsten Strafen - auch als Warnung - verhängen, damit dieses Land nicht Sumpfgebiet bleibt.
CHRISTIAN WENIGER



















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