Wenn aus der Lust Verantwortung wird
Eine frühe, ungewollte Schwangerschaft stellt eine große Belastung für das betroffene Mädchen und sein Umfeld dar. Mit diesem Problem war auch die junge Mutter Katja S. konfrontiert.

Foto © BEGSTEIGERWelche Folgen Sex ohne Verhütung mit sich bringen kann wird vielen Mädchen erst bewusst, wenn der Schwangerschaftstest positiv ausfällt
Der Schwangerschaftstest ist positiv! Eine Katastrophe für die meisten Mädchen im Teenageralter. Gedanken wie "Ich bin doch selbst noch ein Kind" etc. schießen Mädchen in dieser Situation durch den Kopf. Doch nicht alle Schwangerschaften sind ungewollt. Manche fühlen sich schon sehr früh dazu bereit, eine Familie zu gründen.
Aber gewollt oder nicht, eine Schwangerschaft bringt immer Veränderungen mit sich. Welche Schwierigkeiten solche ungewollten Schwangerschaften besonders bei Teenagern mit sich bringen, weiß auch die heute 35-jährige Katja S. aus dem Bezirk St. Veit.
Sie war gerade einmal 17 Jahre alt, als sie erfuhr, dass sie im siebten Monat schwanger war. Zuvor hatte sie sich noch nicht mit dem Gedanken ein Kind zu bekommen befasst. Zu diesem späten Zeitpunkt einer Schwangerschaft ist eine Abtreibung nicht mehr möglich, doch dies wäre für den damaligen Teenager auch nie infrage gekommen. "Ich bin auch heute noch der Meinung, dass eine Abtreibung nur stattfinden soll, wenn eine Vergewaltigung vorliegt oder das Kind eine starke Behinderung hat", sagt die Mutter der heute 18-jährigen Tanja (Name von der Redaktion geändert).
Jedoch vertreten nicht alle in dieser Situation diese Meinung. So besagt eine Studie, dass durchschnittlich 17,5 Prozent der Teenagerschwangerschaften in Österreich jährlich abgetrieben werden. Im europaweiten Vergleich hat Russland die größte Abtreibungsrate. Dort treiben jährlich durchschnittlich 55,3 von 1000 schwangeren 15- bis 19-jährigen Frauen ab. Überfordert mit der neuen Lebenssituation besteht meistens auch die Angst die Ausbildung nicht abschließen zu können. "Ich konnte zum Glück meine Lehre im Büro abschließen und zusätzlich den Führerschein machen. Das alles war dank der Unterstützung meiner Eltern und meines damaligen Vorgesetzten möglich", erzählt Katja S.
Doch was sagten ihre Eltern, als diese erfuhren, dass Katja S. bereits mit 17 Jahren ein Kind erwartete? "Meine Eltern erfuhren erst nach Tanjas Geburt von ihrem Enkelkind. Ich hatte vor meiner Schwangerschaft sehr schnell viel abgenommen und alle dachten ich nehme wegen des Jo-Jo-Effekts so schnell wieder zu. Zu meiner Überraschung waren sie sehr erfreut darüber und zeigten keinerlei negative Reaktionen. Auch mein Umfeld reagierte, anders als ich es erwartet hatte: nämlich durchwegs positiv auf die Geburt meines Kindes."
Leider reagieren nicht alle Eltern so gelassen. Deshalb müssen viele Mädchen ihr Elternhaus verlassen, werden zu einer Abtreibung gezwungen oder müssen ihre Babys zur Adoption freigeben. Manche bekommen aber auch die nötige Unterstützung vom Vater des Kindes und dessen Eltern. "Bei der Geburt meines Kindes war der Vater 22 Jahre alt. Wir hatten während und auch nach der Schwangerschaft keinen Kontakt zueinander, dadurch war von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten. Ich bekomme aber die Alimente, die mir von Rechtswegen zustehen."
Trotz ihrer frühen Schwangerschaft ist die 35-Jährige damit zufrieden, wie ihr Leben bis jetzt verlaufen ist. "Wäre ich wieder 17 und schwanger, würde ich den gleichen Weg gehen, wie damals", ist Katja S. überzeugt.
Schlussendlich sollte man sich bewusst werden, dass Sex nicht nur Spaß und Lust bedeutet, sondern auch mit Konsequenzen verbunden sein kann.



























