Ab und zu fehlt einfach ein bisschen Lob
Schüler haben klare Vorstellungen, was Lehrer nicht tun sollten: Strenge ist akzeptabel, aber die Klasse soll nicht zur "strengen Kammer" werden.

Foto © Erwin ScheriauErmahnungen sind in Ordnung, wenn ab und zu auch einmal ein dickes Lob ausgesprochen wird
Zahlreiche Lösungen schleudern die Schüler ihrer Professorin um die Ohren. Zahlreiche Lösungen – aber alle total falsch. "Ich dachte, über dieses Thema haben wir schon oft genug gesprochen", meint die Lehrerin. Sie ist sichtlich verzweifelt. Wen wundert?s? Doch da hilft kein gutes Zureden, kein Jammern oder Wehklagen: Weitere möglicherweise kreative, aber dennoch um nichts weniger falsche Antworten folgen wie in einem Trommelfeuer. Und dann: "Wenn das so weitergeht, wird die nächste Schularbeit weitaus schwieriger und ich werde euch den Schularbeitenstoff ganz alleine ausarbeiten lassen."
Schnitt
Eine Situation mit einer Reaktion, die man sich als Schüler überhaupt nicht wünscht: Schlechte Laune, leises Reden oder zu schnelles Vortragen des Unterrichtsstoffs sind keine Basis für ein fruchtbares Klima während der Schulstunde. Auch nicht angesagte Prüfungen, auf die sich die Schüler nicht vorbereiten können, gehören nicht zu den beliebtesten Methoden. "Wenn sich der Lehrer nach dem ersten Eindruck eine negative Meinung bildet, finde ich das nicht okay", meint ein Schüler. Überzogene Strenge müsse auch nicht sein. Ebenso wie ein Lehrer, der den Stoff nicht griffig vermitteln kann, aber nicht bereit ist, Dinge öfters zu erklären. "Minuspunkte darf es keine geben, Schummelzettel sollte der Lehrer übersehen. Außerdem sollte er keinen am Ende des Schuljahres durchfallen lassen", meint der 17- jährige BernhardKlapf aus Gams mit einem Augenzwinkern.
"Völlig unakzeptabel ist, wenn ein Lehrer vergesslich oder unpünktlich ist", hebt die 17-jährige Petra Schulmeister aus Edling hervor. Zum Thema Strenge und Konsequenz hat sie eine andere Ansicht wie manche ihrer Schulkollegen: "Bestrafungen und Ermahnungen sind völlig in Ordnung, wenn jedoch auch ab und zu einmal ein dickes Lob ausgesprochen wird."
Natürlich sind manche Unterrichtsstunden für die Lehrer nicht einfach: "Die Geduld verlieren sollten sie aber trotzdem nicht so leicht. Außerdem finde ich, dass sie nicht einfach schlechter benoten dürfen, weil man ihnen unsympathisch ist", erklärt eine Schülerin überzeugt.
Features
STUNDENPLAN
Zu lange Schultage, zu viele verschiedene Fächer, die oft als nicht unbedingt notwendig empfunden und daher nur mit geringerem Interesse verfolgt werden: Die Lösung wäre ein Kurssystem, das den Schülern die Möglichkeit gibt, ihrenStundenplan zum Teil individuell zusammenzustellen. Pflichtgegenstände soll es weiter geben: EtwaMathematik, Englisch und Deutsch. Eine zweite Fremdsprache sollte verpflichtend bleiben.
Mindestanzahl.
Auch im Kurssystem müsste es
eine Mindestanzahl an Fächern
geben, die man belegt.
Spezialisierung
Der Vorteil wäre, dass Schüler
sich auf ihre Interessensgebiete
spezialisieren können. Das hebt
die Motivation aller, weil in jedem
Kurs nur Schüler sitzen,
die das Fach interessiert.
Zusätzliche Fächer
Abgestimmt auf den Schultyp
sollte es passende zusätzliche
beziehungsweise neue Unterrichtsfächer
geben.
Soziale Kompetenz
Häufig gewünscht werden Fächer,
die in Richtung sozialer
Kompetenz gehen: Teambuilding,
Sozialkunde oder Bewerbungstraining.
Auch Recherchentraining
und Fahrschulausbildung
rangieren laut schulinterner
Umfrage ganz oben.
MARCO ALLMANNSDORFER, BERNHARD RINNER
Zum Thema "Schule der Zukunft"
Die Zeitungsseiten zum Downloaden (PDF)
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