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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2012 um 20:30 UhrKommentare

Der Räuber Hotzenplotz, legendäre Literaturfigur, im Porträt

Rrrumsdich! Der Räuber Hotzenplotz feierte seinen 50. Geburtstag.

Räuber Hotzenplotz, das Großmaul mit der Hakennase, ist 50

Foto © THIENEMANN Räuber Hotzenplotz, das Großmaul mit der Hakennase, ist 50

Heute lauern sie ja an den Börsen. In Immobilienbüros. Im Finanzamt. Oder in Kärnten. Aber - halli hallo! - wie das Kinderlied schon lange weiß: Im Wald, da sind die Räuber. Einer mit schrecklicher Hakennase treibt sich dort seit 50 Jahren herum, aber trotz eines Säbels, sieben Messern und einer Pfefferpistole wird er heiß geliebt.

Der Räuber Hotzenplotz. Der Odoboro Hottsenpourottsy. Der Razbojnik Chotzenplotz. Der Ryöväri Hurjahanka. Der Ladrão Catrabum. In 34 Sprachen von Japanisch bis Russisch und von Finnisch bis Portugiesisch wurde die Kasperlgeschichte übersetzt, seit sie 1962 auf den Markt kam. Der Bayer Ottfried Preußler, auch für weitere Erfolge wie "Die kleine Hexe" verantwortlich, hatte mit dem Buch eine Serienausstattung für Kinderzimmer geschaffen: 7,5 Millionen Mal wurde es verkauft.

Kaffeemühle im Visier

Der freche Hotzenplotz, der einfach Großmutters Kaffeemühle fladert, die so schön "Alles neu macht der Mai" spielen kann, wird vom Kasperl und dem Seppel mit einer Kiste mit der Aufschrift "Vorsicht, Gold!" aus seiner Höhle gelockt und mit Hilfe vom Wachtmeister Dimpflmoser und der Fee Amaryllis nach etlichen Abenteuern gestellt. Dagegen vermag selbst der fiese Zauberer Petrosilius Zwackelmann, der alles kann außer Kartoffelschälen, nichts ausrichten.

"Ein polterndes Großmaul"

Zwei Fortsetzungen ließ der frühere Lokalreporter und Lehrer Preußler 1969 und 1973 folgen und gewann seinen Räuber selber lieb: "Er ist ja nicht wirklich böse, bloß ein polterndes Großmaul", sagt der 89-Jährige, der heute in einem Altersheim lebt.

Dass hartleibige 68er weiland in Kampfschriften gegen die "Kindervermurksung" durch seine Bücher wüteten, machte ihm zwar zu schaffen, aber seine Töchter sangen zum Trost, wenn im TV wieder einmal "Ho-Ho-Ho Chi Minh!" skandiert wurde, einfach "Ho-Ho-Hotzenplotz!".

Übrigens: Als im Jahr 2000 die bayrische Polizei erstmals mit Pfefferspray ausgerüstet wurde, pochte Preußler in einem mit "Räuber Hotzenplotz" unterschriebenen Brief an Innenminister Beckstein auf das Urheberrecht und verlangte, das Spray solle "Hotzwaff" heißen. Rrrumsdich!

MICHAEL TSCHIDA





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