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Zuletzt aktualisiert: 27.07.2012 um 08:21 UhrKommentare

Gabriel Obernosterer: Der Wellness-Politiker

Hotelier Gabriel Obernosterer soll die Kärntner ÖVP neu aufstellen.

Foto © Traussnig

Potschasn, also langsam ist eines jener slowenischen Sprachelemente, die sich im (schon früh germanisierten) Kärntner Lesachtal erhalten haben. "Schön potschasn" bedeutet so viel wie "nur mit der Ruhe". Und diese Ruhe soll der Lesachtaler Gabriel Obernosterer nun in die Kärntner ÖVP bringen.

Dass der 57-Jährige nach dem Rücktritt von Josef Martinz zum Parteiobmann ernannt wurde, beruht wohl auf einer Entscheidung der Bundesorganisation: Obernosterer gilt als Unbelasteter in der stark in Lager gespaltenen Kärntner ÖVP. Er ist in Wien gut angeschrieben, sitzt etwa im Aufsichtsrat der Parteiakademie Springer Schlössl. Der Anruf am Mittwoch kam überraschend, aber: "Ma derf nit davonlafn." Auch selbst sieht er sich als Langmütigen. Nach einer fertigen Lehre zum Kfz-Mechaniker stieg Obernosterer ins elterliche Gastgewerbe ein und wurde nach einem Vertrag bei Wienerwald in München "Paternwirt" zu Hause im Tal. Mit seiner Frau Angelika zog er "auf der grünen Wiese" ein eigenes Hotel hoch. Im Wellness-Haus Tuffbad, das er an seine Tochter Eva-Maria übergeben hat, wird sanfter Tourismus praktiziert. Das Niveau ist hoch, doch die Obernosterers scheuen sich nicht, freie Kapazitäten über "Hofer Reisen" zu verkaufen.

Parallel war Obernosterer immer politisch. Vom Gemeinderat im 1500 Seelen großen Lesachtal ging es über Funktionen in der Wirtschaftskammer und dem Wirtschaftsförderungsfonds bis in den Nationalrat. Was er denkt, sagt er frei heraus: So plädiert er seit Jahren für verpflichtende Schulskikurse. Obernosterers touristisches Motto: "Verkaufen, was man hat" möchte er nun auf die Partei anwenden. Er sagt: "Ich möchte die Werte Eigentum, Leistung und Eigenverantwortung kommunizieren, damit die Leute wieder wissen, was sie wählen." Sein höchster Wert sei die Familie. Obernosterer spielt lieber Sand als Golf - mit seinen vier Enkerln. Er ist gläubig, aber kein "Kirchenläufer". Über Jörg Haider sagte er einmal: "Er war der talentierteste Politiker der Zweiten Republik." Dabei bleibt er mit der Einschränkung: "Er hat sein Talent nicht fürs Land eingesetzt."

EVA GABRIEL





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