Bashar al-Assad, Machthaber Syriens, im Porträt
Vom Augenarzt zum Despoten: Bashar al-Assad sollte ursprünglich gar nicht Präsident werden.

Foto © APBashar al-Assad
Bashar al-Assad ist Syriens Präsident. Geplant war das nicht: Sein älterer Bruder Basil war zum Nachfolger des Vaters aufgebaut worden, während Bashar zuerst in Damaskus, dann in London Medizin studierte und Augenarzt wurde. 1994 starb sein Bruder bei einem Autounfall; Bashar musste heimkehren und seinen Platz einnehmen. In wenigen Jahren durchlief er eine militärische Laufbahn als Vorbereitung für sein späteres Amt. 2000 starb sein Vater und der erst 34-Jährige trat dessen Nachfolge an.
Für den Westen bedeutete er anfangs die Chance auf eine Liberalisierung des Landes. Im "Damaszener Frühling" lockerte Bashar das repressive Regime seines Vaters, entließ politische Häftlinge, erlaubte private Internetnutzung, erweiterte die Redefreiheit.
Aber Syrien blieb ein Einparteienstaat und Bashar al-Assad als Unterstützer der Hisbollah ein Dorn im Auge vor allem der USA. Schon ein Jahr nach der zaghaften Öffnung nahm er Reformen wieder zurück, einige oppositionelle Intellektuelle wurden zu Haftstrafen verurteilt. Nur für die Wirtschaft wirkte die Öffnung nachhaltig. 2007 kam die Wiederwahl, im Westen stieg er von der persona non grata zum willkommenen Staatsgast auf.
Als im Februar 2011 die Bilder des ägyptischen Aufstands auch auf syrischen Bildschirmen flimmerten, begehrte aber auch sein Volk gegen ihn auf. Die größer werdenden Demonstrationen ließ Assad von seiner Armee niederwalzen. Während er weiterhin demokratische Reformen versprach, und erst im Juni noch eine neue Regierung dafür angelobte, forderten die Kämpfe rund 17.000 Tote. Assad geht weiter mit aller Härte gegen die politischen Gegner vor.
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