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    Zuletzt aktualisiert: 08.07.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Olga Martynova, Bachmann-Preisträgerin, im Porträt

    Olga Martynova gewann den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis.

    Foto © APA

    Im Jahr 1991 kam sie, noch nicht ganz 30 Jahre alt, nach Deutschland. Erst hier lernte die russische Autorin Olga Martynova jene Sprache, die ihr nun den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis einbrachte. Und seit damals wollte sie am Wettlesen am Wörthersee teilnehmen: "Ich bewundere Ingeborg Bachmann sehr, die ja Lyrik und Prosa geschrieben hat."

    Ebenso wie Martynova. Die 50-Jährige, die in Leningrad russische Sprache und Literatur studiert hat, sieht sich allerdings in erster Linie als Lyrikerin. Ihre russischen Gedichte sind in deutscher, englischer, italienischer, albanischer und französischer Sprache erschienen. Ihre Essays und ihre Prosa verfasst sie dagegen auf Deutsch. Ob es für sie schwerer ist, nicht in der Muttersprache zu schreiben? "Nein, eigentlich nicht. Schreiben ist einfach prinzipiell schwierig. Es geht um das richtige Wort - und um das ringt man ja auch in der Muttersprache oft", so Martynova, die mit ihrem Ehemann, dem russischen Lyriker, Romancier, Dramatiker und Übersetzer Oleg Jurjew, sowie Sohn Daniel in Frankfurt am Main lebt.

    Bei den Juroren, die ihr den Preis zuerkannten, wolle sie sich besonders bedanken: "Sie sind ja eigentlich meine Kollegen, denn wie ich sind sie literarisch oder journalistisch tätig." Die Essays und Rezensionen Martynovas erscheinen übrigens unter anderem in der "Neuen Zürcher Zeitung" oder der "Zeit".

    Das Preisgeld möchte sie "ins Schreiben investieren". Im kommenden Jahr soll im Grazer Droschl-Verlag der Roman erscheinen, aus dem sie in Klagenfurt gelesen hat. Der Ausschnitt mit dem Titel "Ich werde sagen: Hi!" erzählte von einem jungen Mann, der seine Ferien bei langweiligen Verwandten verbringt, dem Erwachen erotischer Gefühle und dem Interesse fürs Schreiben (den Text zum Nachlesen gibt es unter bachmannpreis.eu). Für Juror Paul Jandl, der sie nominiert hat, ein "großer, poetischer und witziger Text".

    Wer sich schon jetzt ein Bild von den Qualitäten der neuen Bachmann-Preisträgerin machen will: Druckfrisch vor liegt - ebenfalls bei Droschl - der Gedichtband "Von Tschwirik und Tschwirka".

    MARIANNE FISCHER





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