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Zuletzt aktualisiert: 04.07.2012 um 20:30 UhrKommentare

Raf Simons, Modedesigner, im Porträt

Endgültig im Modeolymp gelandet: Modedesigner Raf Simons (44) bezirzt ganz Paris.

Foto © AP

Andere Designer baden sich nach Shows gerne im Scheinwerferlicht der Laufstege. Raf Simons zählt nicht dazu. Er zeigt sich meist nur kurz am Catwalk, winkt verhalten und verschwindet dann schnell wieder. "Das Auffälligste an ihm ist wohl seine Unauffälligkeit", merkte die "Süddeutsche Zeitung einmal an.

Im Modeolymp angekommen

Mit der Zurückgezogenheit könnte es nun vorbei sein. Seit seiner Show auf der Pariser Fashion Week strahlt die minimalistische Mode des Belgiers in neuem, modeolympischem Licht. Als Chefdesigner von Dior zeigte der Junge aus Flandern seine erste Haute-Couture-Kollektion - in einem Saal, der mit mehr als einer Million Blüten geschmückt war und vor den strengen Augen der Modewelt und Konkurrenten wie Marc Jacobs oder Donatella Versace. Vogue-Chefin Anna Wintour, Hollywoodstar Sharon Stone oder Fürstin Charlene von Monaco - sie alle kamen, schauten und staunten über den Wurf, der dem 52-jährigen Belgier gelungen ist. Wieder einmal.

Radikaler Avantgardist

Mit der ersten Herrenkollektion unter dem Label Raf Simons schneiderte er 1995 Männern nach jahrelangem Grungelook (Stichwort: Holzfällerhemden, ausgewaschene Sweater) wieder Taillen auf den Leib. Ultraschmale Taillen. Hedi Slimane sollte es ihm später nachmachen. Oder die Tatsache, dass Simons seine Kleider nicht an Modelkörpern, sondern an Jungs von der Straße über die Laufstege ziehen ließ. Er gilt als radikaler Avantgardist. Im Sommer 2001 - wenige Monate vor 9/11 - steckte er Männer in Overalls und Kapuzenpullis, vermummte sie. Sein Grundsatz lautet: "Ich möchte das Rad der Mode weiterdrehen." Dafür war er auch bei Jil Sander jahrelang bekannt, dort schneiderte er erstmals auch für Frauen.

Die Pariser Show startete er mit einem Hosenensemble - das hat es im Traditionshaus Dior noch nicht gegeben. Der schmalen Silhouette blieb er treu und übersetzte des Monsieurs Blütenkelchlinie des Kostüms "Bar" von 1947 konsequent in die Jetztzeit: Enge Korsage werden etwa durch weite Röcke oder Schößchen ergänzt. Manchen Absatz ließ der Meisterschneider einknicken. So viel Dekonstruktion muss sein.

JULIA SCHAFFERHOFER





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