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Zuletzt aktualisiert: 18.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

Marion Maréchal-Le Pen, Abgeordnete in Frankreich, im Porträt

Die Jurastudentin Marion Maréchal-Le Pen bekam 2012 in Frankreich den besten Wahlkreis, den die Rechtspopulisten zu vergeben hatten.

Foto © Reuters

Die Familie hat zusammenzuhalten. Das ist nicht Wahlkampfgeklingel. Bei den Le Pens ist das gelebte Wirklichkeit. Im Januar 2011 hatte Jean-Marie Le Pen, der greise Gründer des Front National, seiner Tochter Marine unter dem Beifall der Delegierten die Parteiführung vermacht. Anderthalb Jahre später wird nun auch die Enkelin bedacht. Die 22-jährige Jurastudentin Marion Maréchal-Le Pen bekam 2012 den besten Wahlkreis, den die Rechtspopulisten zu vergeben hatten. Im südfranzösischen Carpentras durfte sie antreten, wo die fremden- und europafeindlichen Botschaften des FN auf ganz besonders fruchtbaren Boden fallen.

Großvater Jean-Marie hatte sie einst auf äußerst derbe Art unters Volk gebracht. Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Aufrufs zum Rassenhass waren die Folge. Als dort auf dem jüdischen Friedhof 1990 Gräber geschändet wurden, stand der Patriarch als geistiger Urheber des Verbrechens am Pranger.

Marine Le Pen verpasste den hässlichen Tiraden des Vaters dann ein ansehnlicheres Gewand. Wenn sie gegen den Islam zu Felde zieht, warnt sie nicht vor muslimischen Eroberern, die Frankreich mit Minaretten bestückten. Sie bekundet ihre Sorge, der Islamismus könne die weltliche Verfassung des Landes aushöhlen. Die Bewohner von Carpentras lohnten es der FN-Chefin bei den Präsidentschaftswahlen mit 31,5 Prozent der Stimmen. Die hübsche Marion, nun Frankreichs jüngste Abgeordnete, verpackt die Fremdenfeindlichkeit nun noch gefälliger. Die Tochter von Marines älterer Schwester Yann klagt scharf, aber dennoch charmant über wachsende Kriminalität und schlecht integrierte Immigranten.

An der Pariser Universität pflegten sich Professoren in vielsagenden Andeutungen über ihre Studentin zu ergehen. Aber so verletzend so etwas auch sein mag, es schweißt die Familie offenbar zusammen.

Mit 20 Jahren machte Marion Le Pen erstmals auf sich aufmerksam. Sie kandidierte im Großraum Paris bei den Regionalwahlen - und verlor. Ein Probelauf war das gewesen. Nun folgt der Ernstfall. Diesmal mit Erfolg. AXEL VEIEL, PARIS


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