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Zuletzt aktualisiert: 11.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

Mariano Rajoy, Spaniens Premierminister, im Porträt

Staatschef, Bankenretter und Fußballfan Mariano Rajoy in der Krise.

Foto © Reuters

Einiges hat er schon hinter sich: Ministerämter für öffentliche Verwaltung, Erziehung, Inneres; einen Job als Minister im Amt des Premierministers; eine Stelle als Regierungssprecher und schließlich als Vizepremier. In all dieser Zeit fiel er meistens durch seine Unauffälligkeit auf, doch jetzt ist es mit der Ruhe vorbei: Mariano Rajoy steht im Rampenlicht. Der spanische Premierminister hat Anfang Juni 2012, nach einigem Zögern, sein Land unter den Rettungsschirm der EU geführt.

Erst wenige Monaten zuvor hatte Rajoy sein schweres Amt angetreten. Zwei Niederlagen musste er im Kampf um den Posten als Premier gegen den Sozialisten José Luis Zapatero bereits einstecken, bevor die Wähler im Vorjahr die alte Regierung für den wirtschaftlichen Misserfolg abstraften. Rajoy übernahm nicht nur den Job, sondern auch eine Arbeitslosenrate von fast 25 Prozent - ein europaweiter Rekord - und einen Staatshaushalt, der knapp vor dem Bankrott stand. "Wir werden da rauskommen", verbreitete er damals Optimismus. Nach den ersten Schritten in seinem Sparprogramm bremste ihn dann der Fast-Untergang des spanischen Finanzriesen "Bankia" aus.

Kurz zuvor hatte Rajoy den Bankensektor als sicher dargestellt. Um das bereits verstaatlichte Institut zu retten, musste er um Hilfe aus der EU ansuchen. Die wurde gewährt - und Rajoy muss sich nun mit dem Unmut der Bevölkerung herumschlagen, die das Geld lieber bei sich als bei der Bank sähe und langsam, aber sicher das Vertrauen in ihren Regierungschef verliert.

Helfen könnte ihm dabei seine Erfahrung mit angespannten Situationen. Er leitete schon Krisenstäbe im Kampf gegen BSE oder Ölkatastrophen im Mittelmeer. Jetzt hat er es also mit Protesten und Generalstreiks zu tun. Er begegnet ihnen, ganz Rajoy eben, mit Ruhe. Bieder, spröde und langweilig musste er sich deshalb schon nennen lassen; dabei gibt es zumindest eine Sache, für die er sich wie viele Spanier begeistern kann: Zum Spiel gegen den Krisenkollegen Italien reiste er extra zur Fußball-EM und sah - ein Unentschieden.

CAROLINE MEMPÖR






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