Maria Scharapowa, Tennisprofi, im Porträt
Paris-Siegerin Maria Scharapowa katapultierte sich zurück auf den Rang der Weltranglisten-Ersten.

Foto © APAMaria Scharapowa
H aben Sie Tennis-Diva Maria Scharapowa, die bei den French Open in einem extra für Paris maßgeschneiderten Blazer auf den Court schritt, beim Ausüben ihrer Arbeit schon einmal genauer unter die Lupe genommen? Und haben Sie dabei auch eine leichte Zwangsstörung erkannt? So ist das Ritual jedes Mal dasselbe: Bevor die 25-Jährige den nächsten Punkt spielt, trippelt sie immer mit kleinen Schritten Richtung Plane, zupft kurz an den Seiten ihres Schlägers, macht eine schnelle Drehung und trippelt wieder an die Grundlinie zurück. Ein Gehabe, von dem sich sogar Novak Djokovic zu einer herrlichen Parodie hinreißen ließ.
Aber Maria Scharapowa ist damit nicht die Einzige im Tennis-Zirkus. Viele ihrer Kolleginnen und Kollegen legen so manch merkwürdige Macke an den Tag. Nur, dass sie nicht so laut kreischen wie die Blondine. Doch sei dies der Russin, die mit ihrem Triumph bei den French Open als erst zehnte Spielerin der Geschichte den Karriere-Grand-Slam geschafft hat und zur Belohnung heute erstmals seit 2008 wieder vom Thron der Weltrangliste lächelt, verziehen.
Es scheint also wieder alles eitel Wonne im Leben der bestverdienenden Sportlerin der Welt. Endgültig überwunden ist die schwere Schulteroperation, die sie im Ranking aus den Top 100 spülte. Die damalige neun Monate lange Reha ließ sie an ihrem Dasein im Spitzensport zweifeln. Aber: "Ich hätte sagen können: Nein, ich brauch' das nicht. Ich habe Geld, bin berühmt, habe Siege und Grand-Slam-Titel. Aber wenn deine Liebe für etwas größer ist als all dies, stehst du weiter jeden Morgen auf, wenn es draußen bitterkalt ist, wenn nichts klappt, wenn keiner draußen mehr an dich glaubt und du dir so mickrig vorkommst."
Scharapowas Rückkehr auf den Tennis-Thron freut aber nicht nur die Sibirierin selbst, auch die Tennis-Verantwortlichen reiben sich die Hände. Denn für die Damen-Tour gibt es nichts Besseres als eine glamouröse Frontfrau. So strahlte WTA-Chefin Stacey Allaster: "Maria, du bist die ultimative Botschafterin des Damentennis." Und zwar eine mit Ecken, Kanten und Macken.
ALEXANDER TAGGER





