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Zuletzt aktualisiert: 07.06.2012 um 21:03 UhrKommentare

Carolyn Christov-Bakargiev, künstlerische Leitern, im Porträt

Carolyn Christov-Bakargiev (54) eröffnet morgen die documenta 13.

Foto © AP

Ich habe kein Konzept. Das ist mittlerweile ihr bekanntester Satz. Und als wäre das nicht genug, stellt sie auch noch verdächtig esoterisch klingende Forderungen auf: eine Abkehr vom "menschenzentristischen" Kunstbegriff etwa. Folgerichtig zeigt sie auf der wichtigsten Kunstschau der Welt unter anderem Kunst für Tiere, möchte ernsthaft über Politik für Schmetterlinge, Steine, Erdbeeren nachdenken und will auch Kunstwerke "nichtmenschlicher" Produzenten geachtet wissen: "Tiere machen auch Dinge. Ein Bienenstock oder ein Spinnennetz sind funktionale, künstliche Elemente der irdischen Kultur" sagte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

"Alles hängt mit allem zusammen"

Carolyn Christov-Bakargiev, künstlerische Leitern der documenta 13, verstört die an intellektuellen Diskurs gewöhnte Kunstwelt mit Postulaten der Empfindsamkeit: Alles hängt mit allem zusammen. Der Mensch ist nicht der Mittelpunkt der Welt. Und: In einem zunehmend virtualisierten Alltag muss das Sinnliche mehr Raum bekommen.

Das setzt sie mit der documenta 13 konsequent um: Morgen wird die Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel eröffnet, quer durch die ganze Stadt bespielen 150 geladene Künstler an die 30 Ausstellungsflächen und noch einmal 30 Pavillons auf der Karlsaue. Und siehe da: Schon vorab wird der assoziative Reichtum der ausufernden Schau gewürdigt, von der Kritik als Einladung zum Neudenken gefeiert.

Provokation ist nicht ihr Fach

Provokation ist, allen originellen Aussagen zum Trotz, nicht das Fach der Amerikanerin mit bulgarisch-italienischen Wurzeln - obwohl sie als durchaus streitlustig, ja egomanisch gilt. Jüngst ließ sie sich in Kassel auf eine so öffentliche wie unerquickliche Auseinandersetzung mit zwei Künstlern ein, die derzeit abseits der documenta 13 in der Stadt ausstellen.

Vor ihrem documenta-Engagement weltweit als Kuratorin tätig, befasste sich Christov-Bakargiev intensiv mit Arte povera und Feminismus und schrieb Monografien über William Kentridge und Janet Cardiff. Beide Künstler sind auch in Kassel dabei. Genau so wie Cesare Pietroiusti, Christov-Bakargievs italienischer Ehemann.






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