Georg Krakow, Jurist, im Porträt
Der Spezialist für schwierige Fälle zieht in der Hypo Alpe Adria rechtlich die Fäden.

Foto © APAGeorg Krakow
Schon als Gymnasiast hat er sich interessiert, wie Politik, Staat und Macht funktionieren. Diese Wachheit ist Georg Krakow geblieben, als Staatsanwalt arbeitete er brisante Prozesse auf wie Bawag, Parmalat (Betrug mit Milch) oder AMIS (10.000 geschädigte Anleger).
Jetzt widmet sich Krakow einem neuen heiklen Fall, der Hypo Alpe Adria. Als frisch bestellter externer Koordinator wird es seine Aufgabe sein, die Bank zu unterstützen, um potenzielle Ansprüche bestmöglich geltend zu machen oder abzuwehren - so lautet der Beschluss der Hauptversammlung der Bank. Vor allem soll Krakow eine Mauer gegen die Begehrlichkeiten der BayernLB aufziehen, die sich beim Kauf der Hypo Alpe Adria hineingelegt fühlt und drei Milliarden Euro im kommenden Jahr zurückverlangen will. Im juristischen Handwerk stellen ihm Freunde wie auch Kritiker beste Noten aus. Dass die Urteile aus dem Bawag-Prozess zum Großteil aufgehoben wurden, geht zulasten der damaligen Bawag-Richterin Claudia Bandion-Ortner, die, überzeugt von Krakows Fähigkeiten, diesen als Justizministerin dann zum Bürochef machte.
Auch als Hypo-Koordinator wird Krakow in der internationalen Anwaltskanzlei Baker & McKenzie bleiben, in die er nach seinem Abgang aus der Justiz wechselte. Dort arbeitete er im Compliance-Team (Handeln in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften). Krakow kennt sich in vielen Bereichen aus. So war er während des Studiums Möbeltischler bei Kika, ging später zur Rechtsabteilung beim Konkurrenten Lutz, kam erst 1998 zur Justiz. Übrigens: Krakow kann jederzeit in den Justizdienst zurückkehren, er ist als Oberstaatsanwalt derzeit karenziert.
Mit Krakow als Koordinator entwickelt die Hypo Alpe Adria mehr Eigeninitiative, schließlich agiert er in Abstimmung mit Aufsichtsrat und Vorstand. Die CSI Hypo, die mit dem Wirken Krakows ihre Funktion verliert, war quasi der vom Staat nach der Notverstaatlichung der Bank eingesetzte Oberaufseher. Für die Bank ändert sich nicht viel, Krakow hat das Recht, in alle Daten und Unterlagen Einsicht zu nehmen.





