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    Zuletzt aktualisiert: 22.05.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Amre Moussa, Politiker, im Porträt

    Amre Moussa ist das bekannteste politische Gesicht unter den Bewerbern um das höchste Staatsamt in Ägypten 2012.

    Foto © APA

    Fast jeder Ägypter kennt den 75-Jährigen, der Jahrzehnte lang in der arabischen Welt hohe Führungsämter bekleidete. Zunächst war Moussa von 1991 bis 2001 Außenminister in Kairo, dann wurde er von Hosni Mubarak weggelobt auf den Stuhl des Generalsekretärs der Arabischen Liga, an deren Spitze er bis 2011 stand.

    Moussa hat nach dem Jusstudium die diplomatische Laufbahn eingeschlagen. Zunächst arbeitete er in mehreren Botschaften, machte dann als Politikplaner im Außenministerium Karriere, bevor er von 1981 bis 1983 als Vizebotschafter Ägyptens zu den Vereinten Nationen wechselte.

    Unter Hosni Mubarak gehörte er zu den wenigen politischen Stimmen, die den Kurs des Präsidenten gegenüber Israel als allzu nachgiebig beanstandeten und die israelische Besatzungspolitik in der Westbank und im Gazastreifen öffentlich kritisierte. Das machte den Vater zweier Söhne in seiner Heimat populär, wo sich die große Mehrheit der Bevölkerung eine härtere Gangart Kairos gegenüber Jerusalem wünscht.

    Moussa stellt den Friedensvertrag von Camp David 1979 insgesamt nicht infrage, verlangt aber Änderungen - vor allem den Wegfall der Klausel, dass Ägypten kein eigenes Militär auf dem Sinai stationieren darf. Die Revolution vom 25. Januar 2011 unterstützte er von Anfang an. Mit Friedensnobelpreisträger Mohamed el-Baradei war er der erste ägyptische Spitzenpolitiker, der sich bei den Demonstranten auf dem Tahrir-Platz sehen ließ.

    Als Präsidentschaftskandidat wirbt Moussa 2012 mit einem säkular-liberalen Programm unter dem Titel "Der Wiederaufbau Ägyptens. Meine Vision für die Zweite Republik". Wegen seines Alters will er im Falle einer Wahl nur eine Amtszeit an der Spitze des Staates bleiben.

    Für seine Heimat strebt er unter anderem engere Beziehungen zum Westen an in Form einer "virtuellen Mitgliedschaft" bei der Europäischen Union. Die EU-Standards für Demokratie, Wirtschaft und Recht sollen zur Richtschnur werden für das neue, post-revolutionäre Ägypten. MARTIN GEHLEN, KAIRO






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