Norbert Röttgen, deutscher Umweltminister, im Porträt
Norbert Röttgen (47) wird vom Musterschüler Merkels zum Super-GAU.

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Norbert Röttgen gilt in Berlin als großes Talent. Und aus seinem Umfeld heißt es, er glaube selbst daran, das Zeug zum Kanzler zu haben. Natürlich erst eines Tages, wenn seine Partei- und Kabinettschefin Angela Merkel den Stab freiwillig an ihn weiterreicht. Denn schlau genug ist der 47-Jährige, sich nicht zum Königinnenmörder zu machen. Nicht umsonst lautet der Spitzname des Bundesumweltministers "Muttis Klügster". Er gilt als einer der intelligentesten Minister in Merkels Kabinett.
Die Steine selbst in den Weg gelegt
Doch der Weg für den Meckenheimer, der mit Frau Ebba und den drei Kindern in Königswinter bei Bonn lebt und von dort aus nach Berlin pendelt, ist nach einer langen Bilderbuchkarriere sehr steinig geworden. Wobei sich Röttgen die Steine selbst in den Weg gelegt hat. Denn der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ließ zuletzt keinen Fettnapf aus. Erst rief er den Urnengang im größten deutschen Bundesland zur Abstimmung über Merkels Europapolitik aus, was die Kanzlerin wenig amüsiert hat. Und dann passierte ihm ein geistiger Fauxpas, der so überhaupt nicht zum Kopfmenschen Röttgen passt. In einer Talkshow rutschte ihm der Satz heraus: "Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler darüber." Das brachte das Fass zum Überlaufen. Selbst Merkel ging auf Distanz zu ihrem Musterschüler.
Röttgens Wahlkampf stand von Anfang an unter keinem guten Stern. In den eigenen Reihen sagen ihm viele nach, dass er nach der überraschenden Landtagsauflösung nur widerwillig in den Wahlkampf gezogen ist. Denn die Chancen auf einen Sieg und den damit verbundenen Ministerpräsidentenposten sind schlecht. Schon deshalb hat sich Röttgen nie klar bekannt, ob er nach einer Niederlage in Berlin bleiben würde. Die Oppositionsbank in Düsseldorf passt nicht in die Karrierepläne des erfolgsverwöhnten Politikers.
Bereits 2005 wurde er als Kanzleramtsminister gehandelt, als Merkel ihn 2009 zum Umweltminister machte, war das eine Art Ritterschlag, schließlich führte auch ihr Weg ins Kanzleramt über dieses Ressort. Nach seinem verkorksten Wahlkampf ist die Frage, ob er dort jemals angelangt.
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