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Zuletzt aktualisiert: 26.04.2012 um 09:09 UhrKommentare

Wolfgang Wosolsobe, Chef des EU-Militärstabes, im Porträt

Wolfgang Wosolsobe (56), neuer Chef des EU-Militärstabes.

Militärische Laufbahnen sind häufig vorgezeichnet. Oft waren schon Vater und Großvater Offiziere, der Spross schlägt aus familiärer Tradition dann auch die Heereskarriere ein.

Wolfgang Wosolsobe fällt nicht in diese Kategorie. Hätte der gebürtige Wiener in dieselbe Kerbe geschlagen wie sein Vater, dann wäre er jetzt nicht Militärstratege, sondern Architekt, und Reißbrett und Zirkel wären seine täglichen Utensilien. Doch die großen Paraden des österreichischen Bundesheeres über die Wiener Ringstraße weckten in den späten Sechzigerjahren das Interesse des Jugendlichen für militärische Angelegenheiten. Und so kommt es, dass der Generalmajor des österreichischen Bundesheeres mit Mai des kommenden Jahres für die Dauer von drei Jahren als Generaldirektor an die Spitze des Militärstabes der Europäischen Union aufrücken und damit einen der höchsten verteidigungspolitischen Posten innehaben wird, der in Europa zu vergeben ist.

Frühwarnung, Lagebeurteilung und die zentrale strategische Planung, das sind die Hauptaufgaben dieses mit Militärs aus den Mitgliedsstaaten der Union bestückten Leitungsgremiums.

Die Kür war keineswegs ausgemacht. Kandidaten aus Deutschland, Schweden, Spanien und Italien meldeten ebenfalls ihr Interesse am Topjob an. Dass der 56-jährige, mit einer Südfranzösin verheiratete Vater von vier Kindern das Rennen machte, dürfte mit seiner großen internationalen Erfahrung zu tun haben. Wien, Paris, Genf und Brüssel, wo er seit 2007 die österreichischen Militärvertretung leitet, sind seine Karrierestationen.

Als prägend für seinen Werdegang nennt der passionierte Schifahrer und Bergwanderer den Besuch des französischen Generalstabskurses im Jahr 1987. Längere Aufenthalte im Ausland würden den Blick auf die Heimat schärfen, sagt er. "Die Perspektive ändert sich." Doch habe er es stets als wichtigen Teil seines Berufes betrachtet, ein positives Bild von Österreich zu vermitteln. Dass das Land neutral sei, widerspreche dem nicht. "Man nimmt uns international als verlässlichen und konsequenten Partner wahr."

STEFAN WINKLER





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