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    Zuletzt aktualisiert: 18.04.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Inga Beier Engh - Norwegische Staatsanwältin im Porträt

    Inga Beier Engh (41) ist die Staatsanwältin im Breivik-Prozess in Norwegen.

    Foto © Reuters

    Mit einem Mal stand sie im Mittelpunkt: Einer der ersten Aufgaben der Staatsanwältin im Prozess gegen Anders Behring Breivik war die Verlesung der Anklageschrift. Das Dokument beschrieb detailliert, wie und wo jedes der 77 Opfer des Massenmörders starb. Inga Bejer Engh las das Dokument mit ruhiger Stimme vor. Die 41-jährige erhielt viel Lob dafür. Sie habe die Balance gefunden, um weder zu monoton oder zu dramatisch zu werden.

    Ihre Stimme wurde auch am zweiten Prozesstag zum Thema, als Bejer Engh den Angeklagten zu befragen begann. Sie stellte ihre Fragen beherrscht, freundlich und entgegenkommend. Fast entschuldigt sie sich dafür. Sie hoffe, es höre sich nicht an, als spräche sie mit einem Kind, sagte sie anschließend. "Ich habe viele Jahre als Staatsanwältin gearbeitet. Meiner Erfahrung nach erfahre ich mit einem solchen Ton mehr von den Angeklagten als durch aggressives Vorgehen."

    Trotz ihrem verhältnismäßig jungen Alter kann sich Beier Engh auf eine lange Erfahrung stützen. Es ist auch nicht zum ersten Mal, dass sie sich mit einem rechtsextremen Angeklagten beschäftigen muss. 2002 sorgte sie dafür, dass Tore W. Tvedt, Gründer der rechtsextremen "Vigrid"-Bewegung, verurteilt wurde.

    Inga Bejer Engh stammt aus der Stadt Drammen, unweit von Oslo. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne. In einem Interview erzählt sie, dass sie schon während des Gymnasiums wusste, dass sie Juristin werden wollte.

    Nach dem Staatsexamen ging es nach New York, wo sie bei der UN internationales Recht praktizierte. Nach den Jahren in den USA arbeitete sie am Drammener Gericht, am Osloer Strafgericht und an der Polizeikammer von Asker und Baerum, bevor sie mit 32 Jahren Staatsanwältin wurde. Es war eine intensive Zeit für sie. "Ach, ich war jung, hatte keine Kinder und keinen Partner und konnte deshalb rund um die Uhr arbeiten", sagte Bejer Engh.

    Seit sie Mutter ist, werde sie aber schneller müde und nehme nicht mehr jeden Tag die Arbeit nach Hause. Dennoch zögerte Bejer Engh keine Sekunde, als sie von ihrem Chef gefragt wurde, ob sie den Breivik-Fall übernehme wolle. THOMAS HAUG, OSLO






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